Wandbilder in der Jugendkunstschule
Wandtableau „Wir denken bunter“ aus 36 bunt verzierten EinzelbildernFoto: fle

In Gedenken an Hanau

Einzigartige Werke von Schülern gegen das Vergessen

Märkisches Viertel – Eine Frau legt verzweifelt ihre Hände vor das Gesicht. Sie steht an einem Marterpfahl auf einem Scheiterhaufen und droht, jeden Moment zu verbrennen. Eine Frau hält sich nur noch mit einer Hand an der Kante eines Schiffes, doch ein Mann droht, sie mit seinem Fuß in die Tiefe des Meeres zu werfen. Das Gesicht einer weinenden Frau hinter einem Schleier – diese krassen Scherenschnitte sind Teil der Ausstellung „Erinnerung: Junge Kunst für Hanau“, die am 12. März in der Jugendkunstschule Atrium am Senftenberger Ring 97 eröffnet wurde. Es geht dabei um die Verarbeitung des rassistisch und rechtsextremistisch motivierten Anschlags, der am 19. Februar 2020 in Hanau verübt wurde und bei dem neun Menschen ums Leben kamen.

Mehr als 400 Schüler setzen in diesem Wettbewerb mit ihren Kunstwerken ein Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung. 56 von Ihnen präsentierten ihre Werke zuerst in einer Ausstellung im Kulturforum. Das Schulkunstprojekt ist eine Kooperation der Initiative kulturelle Integration des Deutschen Kulturrats mit dem BDK e.V. Fachverband für Kunstpädagogik. 

„Alles, was Sie hier sehen, sind Arbeiten aus dem Schulunterricht – und was dort entstanden ist, sind wirklich einzigartige Werke gegen das Vergessen“, sagt Clemens Höxter, Leiter des Referats Kulturelle Bildung im BDK e.V. Fachverband für Kunstpädagogik bei der Ausstellungseröffnung.

Direkt am Eingang befindet sich ein Werk mit dem Titel „Wir denken bunter“. Es handelt sich dabei um ein Wandtableau, das aus 36 individuell bunt verzierten Einzelbildern zusammengesetzt ist und für Vielfalt, Verständnis und Toleranz steht. „Hände für Hanau“ lautet der Titel für ein weiteres Bild, das Hände zeigt, die sich in einem Kreis umschließen. Alle gehören dazu, niemand ist ausgeschlossen. Ein weiteres zeigt eine dunkelhäutige Frau mit der Schrift „DEUTSCH.“ 

Das Attentat ist eines der gravierendsten Beispiele für Rassismus und Rechtsextremismus in Deutschland. Die Ausstellung lässt es in Erinnerung bleiben. Sie ist noch bis zum 21. Juni jeweils montags bis freitags (außer in den Ferien) von 8 bis 20 Uhr in der ATRIUM-GALERIE zu sehen.

Christiane Flechtner

Christiane Flechtner ist seit mehr als 30 Jahren als Journalistin und Fotografin in Reinickendorf und auf der ganzen Welt unterwegs. Nach 20 Jahren bei der Lokalzeitung Nord-Berliner ist sie seit der ersten Ausgabe mit im Team der Reinickendorfer Allgemeinen Zeitung und anderer Verlagsmedien. Sie arbeitet außerdem als freie Journalistin und Fotografin bei „Welt“, Berliner Zeitung und anderen Zeitungen in Deutschland, Österreich und Luxemburg sowie für u. a. Reise-, Wander- und Tiermagazine.

Autor dieses Beitrags

Christiane Flechtner ist seit mehr als 30 Jahren als Journalistin und Fotografin in Reinickendorf und auf der ganzen Welt unterwegs. Nach 20 Jahren bei der Lokalzeitung Nord-Berliner ist sie seit der ersten Ausgabe mit im Team der Reinickendorfer Allgemeinen Zeitung und anderer Verlagsmedien. Sie arbeitet außerdem als freie Journalistin und Fotografin bei „Welt“, Berliner Zeitung und anderen Zeitungen in Deutschland, Österreich und Luxemburg sowie für u. a. Reise-, Wander- und Tiermagazine.