Musik auf dem Paul-Poser-PlatzFoto: kbm

Paul-Poser-Song von Michael Kramer

Frohnau – In Reinickendorf hat Paul Poser viele architektonische Spuren hinterlassen: Poser (1876-1940) war ein deutscher Architekt, der überwiegend Kommunal- und Wohnungsbauten entwarf. Im Fuchsbezirk und der nördlichen Umgebung stehen viele Bauten von ihm, unter anderem die Villa Stöwer in Tegel und einige Wohnhäuser in Frohnau, wie die „Wutke-Villa“ im Zentrum. Außerdem entwarf er in Birkenwerder die Kapelle auf dem Waldfriedhof und das Post-Gebäudeensemble am Bahnhof.
Sein vielleicht wichtigstes Werk ist die „Siedlung Barbarossa-Höhe“. An der Welfenallee wurde 1926/27 die Siedlung des Vaterländischen Bauvereins mit 30 Mehrfamilienhäuser errichtet, die sich gut in die Ortstypik der Gartenstadt einfügen. Zum Ensemble gehört auch der Ruheplatz an der Welfenallee, Ecke Olwenstraße mit seinen zwei Treppen, der Pergola und dem Barbarossa-Brunnen. Im Jahr 2009 erhielt der kleine Platz davor zu Ehren des Architekten den Namen „Paul-Poser-Platz“.
Vor der Pandemie kam Anwohner Michael Kramer auf die Idee, dem vereinsamten Platz aus seinem Dornröschenschlaf zu wecken. Er setzte sich mit seiner Gitarre auf eine Bank und spielte. Anfangs gesellten sich nur drei Frauen mit ihren Rollatoren dazu, später weitere Anwohner aus der Wohnanlage. Seitdem organisiert Michael Kramer einmal im Monat sein kleines Musikfestival auf dem Platz. So auch am 15. Oktober. Zehn Musiker spielten vor insgesamt 98 Zuhörern. Als „Sahnehäubchen“ stellte Kramer seinen selbst komponierten „Paul-Poser-Song“ vor. Die Bandbreite der Musik war beachtlich: Fünf Musiker spielten gemeinsam mit dem Gastgeber. Der Gitarren & Percussion Rock rüttelte die Zuhörenden auf, während sie sich beim Blues sanft wiegen konnten. Ein Querflöten-Trio aus Hermsdorf präsentierte Klassisches und der Hermsdorfer Günter Thorwest spielte „Hallelujah“ und Shantys auf der Mundharmonika. Zum Schluss begeisterte die Harfenistin Bhavan. Der motivierende Gedanke von Michael Kramer lautet: „Der akuten Einsamkeit setzen wir etwas entgegen: fröhliche Musik mit dem gewissen Etwas.“ Auch im November soll wieder gespielt werden, egal bei welchem Wetter. Infos: Michael Kramer, Tel. 0175/738 26 22 und über „nebenan.de“ kbm

Astrid Greif

Autor dieses Beitrags