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Im Dauer-Einsatz gegen die Sturmschäden: das Team des Reinickendorfer Straßen- und Grünflächenamtes. Foto: BA Rdf.

1.400 gemeldete Sturmschäden

Bezirksamt arbeitet an der Beseitigung, FDP kritisiert Krisenmanagement

Nach den beiden schweren Stürmen wird weiterhin an der Beseitigung der Schäden gearbeitet. Laut aktuellem Stand sind inzwischen im Straßen- und Grünflächenamt 1.400 Meldungen eingegangen, aus denen sich fast 1.000 Vorgänge mit mehreren tausend Maßnahmen ergeben. Das teilte das Bezirksamt mit. Viele Arbeiten seien bereits angelaufen oder in Vorbereitung. Aufgrund der massiven Anzahl von Sturmschäden hätte das Bezirksamt eine Priorisierung der Vorgänge vornehmen müssen. Oberste Priorität habe dabei die Wahrung und Wiederherstellung der Verkehrssicherheit an sensiblen Orten wie Schulen und Friedhöfe. Insbesondere auf den Schulhöfen haben beauftragte Fachunternehmen oder Mitarbeitende des Straßen- und Grünflächenamtes zahlreiche Kronenbrüche und lose Äste entfernt oder Fällungen vorgenommen, um den Schulbetrieb zu ermöglichen. Auch auf den noch vier gesperrten Friedhöfen (Friedhof Hermsdorf I, Friedhof Hermsdorf II, Friedhof Reinickendorf, Friedhof Heiligensee) wird an der Beseitigung der Schäden gearbeitet, um diese so schnell wie möglich wieder zu öffnen.

„Zum Schutz der Bevölkerung müssen weiterhin die Parks, Grünanlagen und Spielplätze gesperrt bleiben. Ich bitte dringend darum, diese Absperrungen zu beachten und die Freiflächen nicht zu betreten. Nur so kann die Sicherheit gewährleistet werden, bis alle Gefahren schrittweise beseitigt sind“, warnt Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner (CDU).

Veranstaltungen abgesagt oder verschoben

Außerdem wurde Tegeler Hafenfest, das am 24. Juli beginnen sollte, abgesagt. Es wird vom 25. bis 28. September nachgeholt. Die Sportanlagen an der Göschenstraße und an der Hatzfeldtallee sind ebenfalls aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Die Verlegung des Tegeler Hafenfests kommentiert David Jahn von der FDP folgendermaßen: „Völlig unerklärlich ist mir, dass ein Spaziergang an der Greenwichpromenade erlaubt ist, das Tegeler Hafenfest aber nicht. Entweder die Wege sind sicher oder sie sind es nicht. Die Anzahl der zu erwartenden Personen darf kein Maßstab der Gefahrenbeurteilung sein. Ähnlich verhält es sich mit dem Göschenplatz, wo wochenlang Training stattfinden konnte, dann aber das Familienfest des Landessportbundes abgesagt werden muss.“

FDP kritisiert Krisenmanagement

Das gesamte Krisenmanagement des Bezirksamtes wurde von der FDP kritisiert, so die kurzfristigen Sperrungen von Sportanlagen, Schulhöfen und Grünflächen – drei Wochen nach dem Sturm. David Jahn, Vorsitzender der FDP in der BVV Reinickendorf: „Natürlich verstehen wir die außergewöhnliche Belastung des Bezirksamts. Die Sicherheit der Menschen steht außer Frage. Doch wer nach drei Wochen plötzlich alles schließt, handelt nicht vorausschauend, sondern überfordert. Wir hinterfragen die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen.“

Für die FDP ist klar: Statt aktionistischen Sperrungen hätte das Bezirksamt direkt nach dem Sturm eine Gefahreneinschätzung durchführen, betroffene Flächen vorübergehend sperren und die Instandsetzung priorisieren müssen. Die nun getroffenen Maßnahmen treffen hunderte Kinder und Familien, die weder Sport treiben noch Schulhöfe nutzen dürfen – wegen einer abstrakten Gefahrenlage.

Redaktion