Tegel – „Das Wasser kann sich schon mal warm anziehen!“ Das waren die Worte von Oliver Andrees, als er am Sonntag, 23. Januar, die vielen Menschen sah, die zum Strandbad Tegelsee gekommen waren, um am Eisbaden teilzunehmen. „Ich bin wirklich sprachlos“, sagte der Konradshöher, der die Idee zum eisigen Spaß hatte und auch die ersten beiden Eisbade-Veranstaltungen organisiert hat. „Nun haben wir heute die dritte Veranstaltung, und ich bin echt überrascht, wer den Sprung ins kalte Wasser wagen möchte.
Der Begriff „Eisbaden“ war an diesem Sonntag nicht ganz richtig, denn das Eis, das zwei Tage zuvor den Tegeler See bedeckte, war bereits wieder geschmolzen. Dennoch – das 1 Grad kalte Wasser war noch genauso eisig. Doch so schnell hatten die Freiwilligen ihr Eisbaden nicht hinter sich. Im Gegenteil: Es gab erst einmal ein wenig Theorie: In anderen Ländern, zum Beispiel in Finnland, hat das Eisbaden eine lange Tradition. „Avantouinti“ ist der Begriff dafür. „Avanto“ steht dabei für das „Loch im Eis“ und uinti für „Baden“. „Mit dem Eisbaden trainieren Sie Ihr Immunsystem, und durch die Kälte kommt das kardioväskuläre System so richtig auf Hochtouren“, erklärt Andrees und fügt hinzu: „Und wenn man dann rauskommt, fühlt man sich richtig gut.“ Er machte mit den motivierten Wasserratten erst einmal Atemübungen nach dem Holländer Wim Hof – 30-mal ein – und tief ausatmen und dann nach dem Ausatmen eine Minute die Luft anhalten. Das Ganze wiederholten alle dreimal. „Es ist doch toll, wenn man an einem Sonntag um 13.30 Uhr nichts Besseres zu tun hat, als in der Gruppe gemeinsam die Luft anzuhalten, oder?“ fragte er in die Runde. Danach wärmten sich alle beim so genannten Horse-Dance wieder auf, bevor es dann, – endlich – ins Wasser ging.
Martina aus Moabit stand im Bikini und Wollmütze am Strand und war begeistert: „Ich hatte gedacht, dass mir bitterkalt sein würde, wenn ich aus dem Wasser komme, aber das stimmt nicht. Im Gegenteil, ich friere gar nicht“, sagte sie und freute sich, kurzentschlossen mitgemacht zu haben. „Sie hatte ihren Sportkollegen am Morgen gefragt, ob es nicht der perfekte Tag wäre, um das Eisbaden endlich auszuprobieren“. Im Anschluss trafen sich viele Teilnehmer an der Feuerschale oder am Kiosk zu heißem Kaffee. Und wer nun traurig ist, dass er es verpasst hat: An den nächsten Sonntagen besteht jeweils um 13 Uhr wieder die Möglichkeit, den inneren Schweinehund zu überwinden – bis Ende Februar. Außerdem sind Strandbad und Kiosk im Winter sonntags von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Spaziergänger können hier eine gemütliche Pause einlegen und sich bei einer veganen Currywurst stärken oder bei einem Kaffee oder Kakao aufwärmen. fle
Aufwärmen mit Oliver Andrees Foto: fle
Martina ging im Bikini und mit Wollmütze ins Eiswasser. Foto: fle





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