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Lothar Boeldicke vor seinem Haus im Rosenorter Steig, an dem vor kurzem noch drei Poller standen. Foto: fle

„Kampf um den Fußweg“ 

Ausbau des Rosenorter Steigs nicht vorgesehen

Heiligensee – Jedes Mal, wenn Lothar Boeldicke aus seinem Grundstück am Rosenorter Steig/Ecke Platenhofer Weg tritt, verschlechtert sich seine Laune. Denn der Gehweg macht ihm zu schaffen. Er ist – wie viele andere Gehwege in Heiligensee auch  – nur „sporadisch“ ausgebaut. Und so schaut er neidisch in Richtung Mattenbuder Pfad, der noch vor nicht allzu langer Zeit in bester Qualität ausgebaut wurde.  

Der Heiligenseer ist seit einigen Jahren dran an diesem Thema, denn es betrifft ihn auch persönlich. Schon 2019 wurde der sandige Seitenstreifen – nach einem Aufwühlen durch Wildschweine – mit Schlacke versehen. „Das wurde vom Straßenbauamt veranlasst, und ich hatte damals bemängelt, dass dies nicht ausreichen würde“, erinnert er sich. Das Grünzeug würde wachsen und könne nicht verdrängt werden. Und so war es auch: „Mein Wunsch, den Gehweg zu pflastern, wurde verworfen – und das nachwachsende Grünzeug anfangs gemäht. Doch das unterblieb später.“ 

Als letzte Maßnahme wurde eine Lausitzer Granulatschicht an der Ecke Rosenorter Steig/Mattenbuder Pfad aufgebracht und drei Poller zum Schutz des vorhandenen Hydranten und zweier Absperrventile eingesetzt. „Doch die Granulatschicht ist eine unebene Schicht und mit einem Rollator schlecht befahrbar. Zudem werden die Ränder immer wieder von Wildschweinen durchwühlt“, sagt er. „Und die Poller, die zudem zu dicht an der Straße standen, wurden mutwillig entfernt“, fügt er hinzu. 

Auf Nachfrage an das Bezirksamt heißt es aus der Abteilung der zuständigen Stadträtin Julia Schrodt-Thiel: „Nach einer Besichtigung des öffentlichen Straßenlandes am 4. Dezember wurde festgestellt: Der Gehweg im Platenhofer Weg sowie der Fahrbahnrand im Rosenorter Steig befinden sich in einem guten Zustand. Schäden durch Wildschweine konnten nicht festgestellt werden, da diese an der Wegedecke in der Regel kein Interesse zeigen, da sie keine Kleintiere beherbergt.“

Zudem sei festgestellt worden, dass die drei Poller im Randbereich des Rosenorter Steigs nicht mehr vorhanden sind. „Zwei Poller konnten auf dem Schulgelände wiedergefunden werden“, heißt es in der Antwort auf die Presseanfrage.

Außerdem gab es die Information, dass der Straßenbereich des Rosenorter Steigs noch nicht endgültig ausgebaut wurde: Es fehlen bauliche Gehwege und ein Regenwasserkanal. Der Fahrbahnrand ist lediglich provisorisch mit Betonverbundsteinpflaster auf einer Breite von drei Metern befestigt. Allerdings sei „der endgültige Ausbau des Rosenorter Steigs derzeit nicht vorgesehen. Der Fachbereich Straßenunterhaltung besichtigt alle zwei Monate das betroffene Straßenland und beseitigt Schäden. Um die vier Anlagen der Berliner Wasserbetriebe zu schützen, ist nun der Einbau von drei Bordsteinen geplant.“

Christiane Flechtner

Christiane Flechtner ist seit mehr als 30 Jahren als Journalistin und Fotografin in Reinickendorf und auf der ganzen Welt unterwegs. Nach 20 Jahren bei der Lokalzeitung Nord-Berliner ist sie seit der ersten Ausgabe mit im Team der Reinickendorfer Allgemeinen Zeitung und anderer Verlagsmedien. Sie arbeitet außerdem als freie Journalistin und Fotografin bei „Welt“, Berliner Zeitung und anderen Zeitungen in Deutschland, Österreich und Luxemburg sowie für u. a. Reise-, Wander- und Tiermagazine.