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Kennzeichen bissig: Freddy Datenfresser im Einsatz. KI-Montage: du

Rücknahme mit Akku 

Neuer Nutzen für ausgediente Handys

Bezirk – Na, letzten Heiligabend vom Weihnachtsmann auch ein neues Smartphone bekommen? Und was geschieht mit dem Alten? Höchstwahrscheinlich dürfte es sich zu den schätzungsweise 14 Millionen Althandys gesellen, die ungenutzt allein in Berlin/Brandenburgs Schubladen dahindämmern. 

Doch die alten Ackerschnacker könnten noch einmal neuen Nutzen bringen, denn in ihnen schlummern höchst wertvolle Rohstoffe wie Gold, Silber, Kupfer, Palladium und Platin. Deshalb beteiligt sich der Fuchsbezirk seit anderthalb Jahren an einer entsprechenden deutschlandweiten Recycling-Aktion. Andreas Becker von der bezirklichen Klimaleitstelle erklärt, wie die Oldies beim Rathaus-Pförtner abgegeben, zwischengelagert und anschließend dem Recycling zugeführt werden können. Das bringt pro Rückgabe einen Erlös von mindestens 50 Cent, die in ökologische Projekte auf der Südhalbkugel fließen. 

Doch die Sache hatte einen brenzligen Haken: Bislang durften nur Mobiltelefone ohne Akkus angenommen werden, da laut Klima-Leitstelle – „die eingebauten Lithium-Akkus wegen möglicher Brandgefahr als Gefahrgut gelten“. Deshalb mussten Nutzer die potentiell gefährlichen Stromspender vorher entnehmen, was bei beispielsweise Apples iPhones für den Laien kaum machbar, aber auf jedem Fall lästig ist. Außerdem würden durch derlei Eingriffe die Geräte beschädigt werden, was diese für einen Wiederverkauf – denn auch der ist bei guterhaltenen Exemplaren möglich – unbrauchbar macht.

Da hat sich inzwischen aber einiges geändert: Mit dem neuen Ausschlachter „Freddy Datenfresser“, der alle Daten auch gut dokumentiert und zertifiziert löscht ¬– kann das Altgut jetzt inklusive Akkus entsorgt werden. Das geht inzwischen zwar auch bei Fachmärkten, die im Laufe des Jahres ihre Rücknahmeboxen einheitlich- kennzeichnen müssen. Aber Theresa Utzig als Koordinatorin der Handyaktion Berlin-Brandenburg, wünscht sich, dass die Oldies dennoch im Bezirksamt abgegeben werden. In Zusammenarbeit mit der Organisation INKOTA (Information, Koordination, Tagungen) fließen die Erlöse in diesem Fall dann direkt in das Projekt „Wasser kennt keine Grenzen“, um El Salvador und Guatemala beim Kampf gegen Wasserverschmutzung zu unterstützen.

Hintergrund: Die ständig steigende Menge an benötigten Rohstoffen stellt längst ein globales Problem dar. Durch deren rücksichtslosen Abbau werden Gewässer oder Böden verschmutzt. 

Zurück in den Fuchsbezirk: Wer sein altes Handy hier beim Pförtner abgibt, tut demnach doppelt Dienliches. Und besonders gut erhaltene Geräte werden nicht zerlegt sondern aufgepeppt und als „refurbished“ weiterverkauft, was die Erlöse spürbar steigert. 

Ob indes zum nächsten Heiligabend auch die Smartphone bringenden Weihnachtsmänner einen Zweitsack fürs Direkt-Recycling unterm Tannenbaum mitschleppen müssen, ist nicht bekannt. Also lieber im Bezirksamt abgeben!

PS: Auch wenn Freddy Datenfresser seriös mit den Altdaten umgeht, sollte man vor Abgabe die SIM-Karte herausnehmen und persönliche Daten löschen.

Klimaschutz@reinickendorf.berlin.de 
www.handyaktion-berlin.de 
https://freddy-datenfresser.de

Harald Dudel