Tegel – Der frühere FDP-Politiker Volker Wissing war Stargast beim traditionellen „Tegeler Gespräch“ in den Tegeler Seeterrassen. Der ehemalige Bundesminister für Digitales und Verkehr im Kabinett von Olaf Scholz warb am 28. April vor gut 150 Gästen für sein neues Buch „Verantwortung“ und stellte sich in einer Talkrunde den Fragen von Moderator Frank Henkel (ehemaliger CDU-Innensenator von Berlin) und Fragen aus dem Publikum.
Das „Tegeler Gespräch“ wurde 1999 von Dirk Steffel ins Leben gerufen und „ist eine Institution für überparteilichen Dialog, der Demokratie nahbar macht und Zusammenhalt fördert“, sagt Anna Auerbach, Kandidatin zur Wahl des Abgeordnetenhauses für „Volt“, die zum ersten mal beim „Tegeler Gespräch“ dabei war. Und fügt hinzu: „Zur politischen Vielfalt gehört auch Volt mit sozial-liberaler Politik und dem Blick für pragmatische Lösungen – auch aus Europa – als Antwort auf zunehmenden Populismus.“
Bei der 81. Ausgabe am 28. April 2026 waren für die Lokalpolitik die Bürgermeisterkandidaten der Reinickendorfer SPD und CDU zugegen und trugen ihre Visionen für den Bezirk bei den Wahlen im Herbst vor. Beide hielten sich in ihren Ausführungen angenehm kurz. Alexander Ewers (SPD) sprach über Fortschritte in seiner Verwaltung (er verantwortet die Jugend, Familie und Gesundheit), und darüber, dass diese digitaler werden müsse und mehr Personal brauche. Er lobte das Ehrenamt, das Aufgaben übernimmt, welche eigentlich die Stadt übernehmen müsse und deshalb dürfe man „ihm keine Hürden in den Weg stellen.“ Sebastian Pieper (CDU), Stadtrat für Bezirksstadtrat für Ordnung, Umwelt und Verkehr lobte Reinickendorfs Lebensqualität, obwohl nun auch hier die Probleme angekommen wären, die ganz Berlin hätte: Probleme mit einer funktionierenden Verwaltung und die Vermüllung des öffentlichen Raums. Letzteres ist ihm ein Herzensthema. Dafür engagiert er sich so sehr, dass er selbst sagt: „Ich bin hier der Müllstadtrat!“ Er bedauere, dass die Menschen heute mit ihrer Umwelt so sorglos umgehen würden und möchte deshalb neue Wege gehen, beispielsweise mehr Sperrmülltage anbieten und die BSR-Recyclinghöfe sollten jede Art Müll annehmen. Auch Sondermüll.
Zum ersten Mal hatte die „Initiative Reinickendorf“ einen eigenen Tisch im Saal und konnte sich einem breiten Publikum präsentieren. Der Vorsitzende Branko Lienemann stellte den Verein kurz vor, um danach einen symbolischen Scheck über 500 Euro an Gerhard Troschke zu übergeben. Dieser nahm ihn im Auftrag des Vorstandes der DLRG entgegen und erklärte, dass das Geld für neue Ausrüstungsgegenstände ausgegeben werden wird.
Den Rest des Abends bestritt Volker Wissing. Er sprach über seine Erfahrungen als Minister der Ampel-Koalition und in der Parteipolitik. Die Ampel sei gescheitert, weil viel gestritten, aber wenig gelöst wurde, analysiert Wissing. Auch liebe er das Grundgesetz, die Transparenz und Abgewogenheit in unserem Staatswesen: „Nie gab es ein freieres und besseres Deutschland.“
Das nächste Tegeler Gespräch gibt‘s am 18. Juni mit Ole von Beust, ehem. Bürgermeister von Hamburg.






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