Bezirk – Viele RAZ-Leser erinnern sich sicher noch an die Cartoons von „feet“. Darin brachte er sie mit kleinen doppeldeutigen Alltags-Missgeschicken zum Schmunzeln. Diese Sammlung wollte er als RAZ-Cartoon-Buch herausbringen und hatte alles Erforderliche dafür fertiggestellt. Aber das Schicksal verhinderte diesen Wunsch. Am 26. Mai verstarb Günter Johannes Wolfgang Vieth.

Am 27. Dezember 1947 in Knesebeck geboren, war das Stricheln und Malen schon sehr früh seine Leidenschaft. Günter studierte an der Hochschule für bildende Künste Braunschweig und an der Hochschule der Künste Berlin Grafik, Design, Malerei und Illustrationen. In der Kunst- und Werbeszene machte er sich schnell durch seine Vielseitigkeit einen Namen – als politischer Karikaturist, mit hyperrealistischer Malerei, mit großformatigen Pferde- und Künstlerportraits sowie als Dozent für die Techniken der klassischen, detailgetreuen Öl- und Acrylmalerei. Günter Vieth erarbeitete Werbekampagnen, für den Berliner Senat Statistikkampagnen und illustrierte Schulbücher. In Frohnau gab er gemeinsam mit seiner Partnerin, der Musikerin Marion Karliczek, das Magazin „Für Musik & Kunst“ heraus und entwickelte Musik- und Kulturprojekte. Visionär war 2012 der Plan, das 15 Jahre lang verwaiste Frohnauer Wahrzeichen, den Kasinoturm, mit einer Darlehensbeteiligung von 9,50 Euro für jeden Frohnauer zu erwerben und als Kulturzentrum zu restaurieren.
Unter dem Künstlernamen „Lobo Camino“ interpretierte er berühmte Werke von „Dali“ und „Van Gogh“ und verstärkte als Musiker Günter Vieht mit seinem Schlagzeug Bands von Marion Karliczek, wie die Rockband „Unter Verdacht“, die die Popsong Singers begleitet, „Haarsträubend gut“ oder „Bella Italia“.
Der Zeichner „feet“ veredelte unter anderem das Cover des Hörbuches von Kai Train zum Internetkrimi „Minotaur/Love Scamming“ sowie Märchen- und Schulbücher. Er gestaltete die Plakate und Songhefte der Popsong Singer-Konzerte.
Die Kombination aus Rockmusik und Pferden war auch bei seiner Lieblingsband, den „Rolling Stones“, ein berühmtes Motiv. Musikerfreund Andreas Wolter komponierte für ihn anlässlich einer Ausstellung „Wild Horses“. Die Dynamik setzte der Schlagzeuger in Musik um, der Maler in lebensechten großformatigen Pferdeportraits und der Autor in seinem Krimi „Tiger Hill“.
Zum Gedenken an Günter Vieth findet am Dienstag, 7. Juli, ab 19 Uhr eine Ausstellung seiner Werke im Kulturhaus Labsaal, Alt-Lübars 8 statt. Dabei wird die Musik gespielt, die er mochte und bei der er als Schlagzeuger mitgespielt hat.





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