Märkisches Viertel – An diesem Vormittag im Spätsommer ist nichts los im Skaterpark am Senftenberger Ring. Liegt es vielleicht daran, dass die Anlage in die Jahre gekommen ist? Andreas Otto biegt um die Ecke, allerdings ohne Skateboard, Inline-Skates oder Scooter. Der Lokalpolitiker der FDP wünscht sich schon seit einiger Zeit eine Sanierung der 2013 eröffneten Bahnen, kann sich auch mehr Sitzbänke und zwei, drei zusätzliche Mülleimer vorstellen. Bereits im März 2024 hatte die Bezirksverordnetenversammlung auf einen Antrag der FDP hin das Bezirksamt ersucht, den Skaterpark attraktiver zu gestalten. Passiert sei laut Otto seitdem nichts.
„Ein Upgrade 2.0 könnte nicht schaden“, sagt Andreas Otto anlässlich eines Treffens mit der RAZ. „Es gibt noch reichlich Entwicklungspotenzial.“ Dem stimmt Murat vom Träger „Gangway“ zu: „Möglichkeiten gibt es viele. Und wir wären auch bereit, daran mitzuwirken. Wir könnten uns auch eine Erweiterung vorstellen, beispielsweise mit Tischtennisplatten und Basketballkörben.“
Fünf Punkte umfasste die Drucksache 0916/XX1 vom März 2024. Die Installation einer Beleuchtung, Stutzung des Gebüschs, Verbesserung des Regenabflusses, Reparatur von schadhaften Stellen, und die Schlüsselübergabe zur Nutzung der örtlichen Wall-Toiletten an die Gangway-Streetworker.
Die Antworten waren ernüchternd. Die gewünschte Beleuchtung könne nur in den witterungsbedingt unattraktiven Jahreszeiten von Oktober bis April nützlich sein. Weil hier von einer verringerten Nutzung der Anlage auszugehen sei, würde eine Beleuchtung nicht als erforderlich angesehen. Die heckenartige Anpflanzung würde ein- bis zweimal jährlich geschnitten – ein ausreichender Pflegeintervall.
Der Regenabfluss sollte laut Bezirksamt untersucht werden und dann geeignete Maßnahmen zur Entwässerung in die Wege geleitet werden, um die Bildung größerer Pfützen zu verhindern. „Aber das Wasser staut sich nach wie vor“, sagt Otto. Eine Prüfung des Belags der Anlage durch ein Fachunternehmen bei einem Vor-Ort-Termin am 5. März 2025 ergab, dass keine größeren Mängel vorlägen, die die Sicherheit oder Nutzung der Anlage erheblich beeinträchtigen.
Das Anliegen, dem Träger „Gangway e.V.“ einen Schlüssel für eine Toilette des Unternehmens Wall GmbH auszuhändigen, unterstützte das Bezirksamt: Das würde die Aufenthaltsqualität und -dauer sowie die Beteiligung der Kinder und Jugendlichen steigern. Die Wall GmbH aber antwortete: „Diese Anlagen sind nur bargeldlos zu öffnen, weshalb auch kein Schlüssel herausgegeben werden kann. Sollten Sie dem betreffenden Herren die Nutzung der Anlage bezahlen wollen, können Sie auch auf die BVG-Guthabenkarte zurückgreifen.“
„Das ginge ins Geld, das viele Nutzer nicht haben. Da geht es dann eben doch teilweise in die Büsche, wem der Weg ins Fontane-Haus zu weit ist“, sagt Murat. Gangway ist mit seiner „Toolbox“ seit mehr als zehn Jahren in den Sommermonaten immer freitags ab 15 Uhr vor Ort. Die Toolbox ist eine mobile Werkstatt, in der Fahrräder, Kinderwägen und andere Fahrgeräte kostenlos repariert werden – unter Mithilfe von Jugendlichen, die dafür mit kleinen Spenden entschädigt werden.
„Das Projekt bietet die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen und Kompetenzen zu erwerben oder zu erkennen“, sagt Murat. Insgesamt sei der Skaterpark mehr als es die Bezeichnung vermuten ließe. Noch einmal Murat: „Die Anlage hat sich zu einem generationsübergreifenden Platz der Begegnung entwickelt.“ Und könnte ein Facelifting gut gebrauchen.



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