Bezirk – Sylvia Schmidt hat die Seiten gewechselt: Nachdem sie als Vorsitzende der CDU-Fraktion in der BVV zurückgetreten war, trat sie wenige Tage später in die FDP ein. Das freute natürlich Andreas Otto und David Jahn, da sie nun zu dritt in der BVV vertreten sind und damit wieder Fraktionsstärke haben.
„Die Fraktionsgründung ist ein riesiger Schritt. Nun haben wir auch in allen Ausschüssen Stimmrecht. Außerdem erhalten wir wie die anderen Fraktionen Personal- und Sachmittel“, so David Jahn, der sich nun Vorsitzender der FDP-Fraktion in der BVV Reinickendorf nennen kann. Und verrät noch, dass dieser Schritt der ehemaligen Christdemokratin für ihn nicht überraschend kam: „Natürlich haben Sylvia und ich bereits vor ihrem FDP-Beitritt miteinander gesprochen. Dabei haben wir festgestellt, dass wir viele Entwicklungen im Bezirk ähnlich bewerten, wie etwa den Anwuchs an Beauftragtenstellen oder die schlechte Kommunikation des Bezirksamts. Ihr Beitritt war also der logische Schritt.“
Sylvia Schmidt selbst erklärt ihren Wechsel in einer öffentlichen Mitteilung so: „In den vergangenen Monaten wurde für mich immer deutlicher, dass die CDU in Reinickendorf ein anderes Politikverständnis hat als ich. Dort ging es zuletzt vor allem um parteiinterne Fragen und persönliche Karrieren […]. Politik ist kein Selbstbedienungsladen, sondern eine ehrenvolle Aufgabe mit großer Verantwortung. Nach 27 Jahren in der CDU und über neun Jahren in der BVV ist mir dieser Schritt wahrlich nicht leichtgefallen.“ Und weiter: „Dass die CDU mich nicht erneut für die BVV nominiert hat, machte meine Entscheidung letztlich unumgänglich.“
Zu den inhaltlichen Gründen ihres Wechsels führt Schmidt aus: „Der Umgang des Bezirksamts mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern sowie mit Gremien in Reinickendorf, etwa im schulischen Bereich, ist aus meiner Sicht deutlich verbesserungsbedürftig. Zuletzt haben Eltern der Otfried-Preußler-Grundschule in Heiligensee erneut die mangelnde Kommunikation des Bezirksamts kritisiert. Menschen mit ernsthaften Anliegen haben es verdient, ernst genommen zu werden – oft reicht es inzwischen nicht einmal mehr für eine Eingangsbestätigung. […] Die große Zahl an Beauftragten im Bezirksamt mag gut gemeint sein, doch am Ende zählt das Ergebnis. Hier sehe ich noch erheblichen Verbesserungsbedarf.“





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