Bezirk – Mit einer ungewöhnlichen Aktion machten zwei Reinickendorfer Schulen auf Probleme auf dem Schulweg aufmerksam: Für gut eine Stunde wurden an der Gustav-Dreyer-Schule und an der Grundschule am Vierrutenberg die umliegenden Straßen gesperrt. Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie Eltern nutzten die autofreien Bereiche kurz vor Schulbeginn um 8 Uhr zum Spielen, Musizieren und für Informationsstände.
Mit der Aktion am 18. Juni wollten die Mobilitätsgremien der beiden Schulen die Bezirksverwaltung auf die ihrer Ansicht nach unzureichende Schulwegsituation hinweisen. Unterstützt wurden die Initiatoren von der Gruppe Changing Cities, dem Kidical-Mass-Aktionsbündnis sowie weiteren Verkehrs- und Kinderrechtsverbänden.
Obwohl einige der schulnahen Straßen verkehrsberuhigt seien, komme es morgens durch eine Vielzahl von „Elterntaxis“ zu teilweise chaotischen Verhältnissen, berichtete Joanna Cotreanti, Elternvertreterin an der Lübarser Grundschule am Vierrutenberg: „Zwischen 100 und 200 Autos von Vätern oder Müttern sind es regelmäßig vor Schulbeginn, viele Fahrer ignorieren die Halteverbote oder wenden auf der Straße. Selbst an Zebrastreifen kommt es zu gefährlichen Situationen.“ Für Kinder, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs seien, entstünden dadurch erhebliche Risiken. Es fehlten vor allem Radwege und sichere Überwege, obwohl die Berliner Politik versprochen habe, Gefahrenstellen zu entschärfen, kritisierte Cotreanti. Die Sperrung der Straße Am Freibad zwischen neuer Turnhalle und Zebrastreifen durch die Polizei sei allseits begrüßt worden. Gefreut hat sich die engagierte Mutter über den Besuch des Grünen-Spitzenkandidaten für Lübars, Nico Wanke.
Frohe Gesichter gab es auch an der Gustav-Dreyer-Schule in Hermsdorf, wo in der Fichtestraße zwischen Schulzendorfer Straße und Freiherr-vom-Stein-Straße zwischen 7.30 Uhr und 8.30 Uhr kein Autoverkehr erlaubt war. Eva Meibeck vom Mobilitätsgremium der Schule berichtete, die Anwohner seien frühzeitig per Handzettel über die Aktion informiert worden, so dass es an den Absperrungen keine Proteste gegeben habe. „An normalen Tagen kommt es hier zu brenzligen Situationen, und manche Eltern vergessen am Autolenkrad ihr gutes Benehmen“, bedauerte die Mutter zweier Grundschüler. Für sie war die fröhliche Demonstration ein Appell an die Bezirksverwaltung, mehr für die Schulwegsicherheit zu tun. Auch die Eltern sollten sich überlegen, ob ihr Kind tatsächlich mit dem Auto bis vor den Schuleingang gebracht werden müsse, gab Meibeck zu bedenken.
Unterdessen kommt aus Frohnau die Nachricht, dass die Verkehrssituation an der René-Sintenis-Grundschule etwas entschärft werden konnte. So sind nach einer Mitteilung des CDU-Wahlkreiskandidaten für Frohnau, Richard Gamp, zusätzliche Halteverbote im Laurinsteig angeordnet und die Fußgängerschutzgitter vor dem Schulausgang verlängert worden. Nach Rückmeldungen aus der Elternschaft hätten diese Maßnahmen bereits zu einer spürbaren Verbesserung beigetragen, so Gamp. Winfried Folz





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