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Innenansicht der maroden Turnhalle
Die Turnhalle der Schule ist seit einem Jahr eine Baustelle. Foto: pv

„Das Hausverbot ist eine Frechheit“

Eltern- und Schülervertreter der Bettina-von Arnim-Schule mit Bezirksamt im Streit

Märkisches Viertel – Der bauliche Zustand der  Bettina-von-Arnim-Schule ist katastrophal: Die Turnhalle und ein Schulgebäude sind seit knapp einem Jahr nicht nutzbar und der Unterricht fällt in großem Umfang aus. Als „marode Schule“ wird die integrierte Gesamtschule deshalb tituliert. Schulleitung, Gesamteltern- und Gesamtschülervertretung machen in diesem Zusammenhang dem Bezirksamt wegen Untätigkeit und mangelnder Kommunikation schwere Vorwürfe. Haylee Krenz, Vorsitzende der Gesamtschülervertretung (GSV): „Schon bei der Toilettensituation war die Kommunikation mit dem Bezirksamt unzureichend. In diesem Fall ist sie erneut eine Katastrophe.“

Hausverbot für den GEV-Vorsitzenden

Der Vorsitzende der Gesamtelternvertretung (GEV), Detlef Tramsen, lud am 26. Februar den zuständigen Schulstadtrat Harald Muschner, den Schulausschuss der Bezirksverordnetenversammlung und die Presse zu einer Besichtigung der Baustellen ein: der  „Schimmelgebäude“ Haus 3, 4 und 5 und der Turnhalle, die nicht fertig wird. Doch dazu sollte es nicht kommen: Die Amtsleiterin für Schule und Sport, Kerstin Gaebel, reagierte im Namen des Stadtrates auf die Einladung mit der Drohung, es würde gegen Detlef Tramsen ein  Hausverbot für das gesamte Schulgelände geprüft. Ihr Vorwurf: Tramsen hätte  mehrere Verbote, die Baustellen nicht zu betreten, missachtet. 

Carl Witthauer, Mitglied der GSV, kritisiert dieses Vorgehen deutlich: „Ein solches Verhalten geht völlig an dem vorbei, was wir uns unter angemessener Kommunikation vorstellen. Nach einer Einladung zur Baustellenbesichtigung ein Hausverbot gegen den, von der Schulgemeinschaft gewählten, Vorsitzenden der Elternvertretung in Aussicht zu stellen – und das nach einer ohnehin schon schlechten Kommunikation – ist schlichtweg eine Frechheit.“ Die Veranstaltung wurde deshalb kurzerhand in die Mensa verlegt. Nicht erschienen waren der Schulausschussvorsitzende Richard Gamp (CDU) sowie Stadtrat Harald Muschner (CDU). Detlef Tramsen begrüßte dafür Gilbert Collée (SPD), Hinrich Westerkamp (Bündnisgrüne), Felix Lederle (Linke), Marc Bernicke (AfD) sowie Matea Krolo (CDU). 

Gäste durften Baustelle nicht betreten

Detlef Tramsen und Sina Köchel (beide GEV) erläuterten die aktuelle Situation, sprachen von maroden Gebäuden, die wegen eines Wasserschadens im Sommer 2025 und der Untätigkeit der Schulbehörde enorme Unterrichtsausfälle verursacht hätten. Wasser, das aufgrund der Bausub-stanz nicht abfließen konnte, staute sich am Boden und weil es nicht abgepumpt wurde (wohl wegen Untätigkeit des Schulamtes, wie die GEV-Vertreter berichteten), zog es in die Wände und richtete damit noch größeren Schaden an. 

Die Gäste konnten sich allerdings nur anhand von Baustellenfotos ein Bild von der Lage machen – Detlef Tamsen durfte sie nicht zur Baustelle führen. Auch Schulleiter Stefan Welde beklagte die mangelnde Kommunikation mit dem Schulamt: Sein einziger Informant sei der Hausmeister. 

Das Bezirksamt hingegen stellte in einer Mitteilung klar: „Die Thematik rund um den Feuchtigkeitsschaden wurde vom Bezirksamt kürzlich sowohl im Bezirkselternausschuss als auch im Schulausschuss transparent dargestellt.“ Und weiter: „Unmittelbar nach der Schadensmeldung wurden mehrere Leckstellen in wasserführenden Leitungen lokalisiert und repariert. In der Folge mussten große Teile des Fußbodenaufbaus sowie einzelne Wandbereiche zurückgebaut und technische Trocknungsmaßnahmen durchgeführt werden. Der Wiederaufbau läuft planmäßig. Anfang der Woche begannen die Bodenbelagsarbeiten, sodass die betroffenen Bereiche nach aktuellem Stand im April 2026 wieder genutzt werden können.“ kbm/hb

Karin-Brigitte Mademann