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Ein Mann steht auf einer Straße vor einer Baustelle
Peter Klingbeil beklagt die Lautstärke wegen der Bauarbeuiten in der Namslaustraße. Foto: fle

„Der Lärm ist unerträglich“

Sanierung des Gebäudekomplexes in der Namslaustraße geplant

Tegel – Peter Klingbeil möchte sich mehrmals am Tag so gern die Ohren zuhalten. So laut ist es in seiner Straße. Er steht in der Namslaustraße im Abschnitt zwischen Sterkrader und Neheimer Straße und hält sein Handy in die Höhe. „Wir sind immer noch etwa 100 Meter von der Baustelle entfernt, und trotzdem sind es schon über 90 Dezibel – das ist die Lautstärke einer Motorsäge. Und das haben wir seit Wochen“, stöhnt er. 

Das denkmalgeschützte langgezogene Gebäude, das die gesamte Straßenlänge einnimmt, ist in die Jahre gekommen und wird derzeit grundsaniert – sehr zum Leidwesen der Anwohner. „Der Lärm ist wirklich unerträglich und geht schon über Wochen“, sagt Klingbeil. Bereits vor dem 5. Juni habe es fast täglich über mehrere Stunden diesen extremen Baulärm gegeben. Und alle hofften auf ein baldiges Ende. Doch die Fassade ist noch lange nicht fertig.

„Hier entstehen Büro- und Lagerflächen in denkmalgeschützten Räumen – Höfe am Borsighafen, Sterkrader Straße 49-59“, steht auf dem Bauschild. Doch was genau geschieht dort – und vor allem wie lange? Die RAZ fragte nach, und die zuständige Stadträtin Korinna Stephan (Grüne) antwortete: „Das Gebäude, das Eigentum der Verwaltung Berliner Grundstücke GmbH ist, wird aufgrund seines baulichen Zustandes saniert. Insbesondere erfolgt eine Sanierung der Gebäudehülle“, erklärt sie. Die Sanierung erfolge dabei in mehreren Bauabschnitten. „Wie lange die Sanierung insgesamt dauern wird, kann die Untere Denkmalschutzbehörde nicht beantworten, da das Objekt nicht durch den Bezirk saniert wird“, sagt Stephan und fügt hinzu: „Es ist aber davon auszugehen, dass die Sanierungsarbeiten noch eine Zeit andauern werden.“

Auch wenn das Gebäude zukünftig nur als Lagerfläche dienen werde, sei die Sanierung aufgrund erheblicher Substanzschäden erforderlich. „Infolge korrodierender Bewehrungsstähle sind die Spaltklinker seit Jahren abgängig, und die verbauten Stahlfenster weisen fortgeschrittene Korrosionsschäden auf“, fügt Stephan hinzu. 

Der extreme Lärm der vergangenen Monate kam von der Betonsanierung. „Aufgrund korrodierender Bewehrungsstäbe ist die Sanierung der Fassade und somit die Entfernung der Spaltklinker erforderlich“, weiß die Stadträtin. „Mit den Denkmalbehörden wurden neue Spaltklinkerplatten bemustert, um das bauzeitliche Erscheinungsbild zu erhalten.“

Der Abschnitt des Gebäudes, an dem zurzeit gebaut wird, ist noch lange nicht wieder hergestellt. Darüber, wann die Bauarbeiten abgeschlossen sein werden, hat die Stadträtin keine Kenntnis. Allerdings wird danach noch einiges auf die Anwohner zukommen: „Die Planung sieht die Sanierung des gesamten Objekts innerhalb von mehreren Bauabschnitten vor“, fügt Korinna Stephan abschließend hinzu.

Christiane Flechtner

Christiane Flechtner ist seit mehr als 30 Jahren als Journalistin und Fotografin in Reinickendorf und auf der ganzen Welt unterwegs. Nach 20 Jahren bei der Lokalzeitung Nord-Berliner ist sie seit der ersten Ausgabe mit im Team der Reinickendorfer Allgemeinen Zeitung und anderer Verlagsmedien. Sie arbeitet außerdem als freie Journalistin und Fotografin bei „Welt“, Berliner Zeitung und anderen Zeitungen in Deutschland, Österreich und Luxemburg sowie für u. a. Reise-, Wander- und Tiermagazine.