Märkisches Viertel – Anstehen an der Viertelbox: Der Andrang ist an diesem 13. März groß. Die Menschen stehen schon Schlange, noch bevor Audrey Jim-Onougou und Madlyn Marzahn gemeinsam mit freiwilligen Helfern das kleine Gebäude auf dem Stadtplatz am Wilhelmsruher Damm öffnen. „Heute gibt es ein Spezialangebot“, erzählt Audrey Jim-Onougou. „Die Familien, die schon einmal hier waren, dürfen sich noch einmal weitere 100 Punkte abholen und sie gehen Kinderkleidung einlösen.“
Vor knapp einem Monat öffneten die beiden jungen Frauen unter dem Motto „Herz im Kiez“ einen Pop-up-Store, in dem sie Second-Hand-Hosen, -Shirts, -Schuhe und mehr für Mädchen und Jungen kostenlos anboten – einerseits um nachhaltig mit Kleidung umzugehen und andererseits die Kinder im Kiez mit der passenden Kleidung zu bestücken, deren Familien es selbst nicht können (wir berichteten).
„Allein in der ersten Woche konnten wir 316 Familien erreichen und somit weit über 800 Kinder“, freut sich Audrey. Und so konnten viele der mehr als 1.500 Hosen, 550 Jacken, 800 T-Shirts, 700 Pullis, 250 Paar Schuhe, Sportsachen, Schals, Mützen an Kinder verteilt werden. „Das Projekt wird von ganz Berlin und Brandenburg gut angenommen“, fügt Madlyn hinzu. Die Leute kämen nicht nur aus dem Fuchsbezirk, sondern auch aus Kreuzberg, Neukölln, Spandau und Charlottenburg und sogar aus Oberhavel und Bernau. „Was uns so berührt, ist, wie dankbar die Menschen sind“, sagt die 35-Jährige. So hätten einige sogar geweint, als sie die Kleidungsstücke mit nach Hause nehmen durften; und andere hätten Schokolade als Dankeschön vorbeigebracht. „50 Prozent unserer Besucher sind hier, weil sie nachhaltiger leben wollen, und die anderen nutzen die Chance, ihren Kindern trotz schmalem Geldbeutel nötige Kleidung zu beschaffen“, sagt Audrey.
Um den Pop-up-Store zu realisieren, zogen die Gesobau, das FACE Familienzentrum sowie das Programm „BENN an einem Strang. So unterstützt die Gesobau finanziell und stellt auch die Viertelbox einen Monat lang kostenlos zur Verfügung. Noch bis 31. März ist sie montags und mittwochs 9 bis 14 Uhr, dienstags und donnerstags 10 bis 16 Uhr und freitags 10 bis 14 Uhr geöffnet. Es gibt Aussicht auf Verlängerung des Projekts.





![PTT_NSG_Banner_TopMag_300x250px[1]](https://raz-zeitung.de/wp-content/uploads/2024/10/PTT_NSG_Banner_TopMag_300x250px1.jpg)