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Blaue Markierungen an einem Baumstamm
Das „S“ zeigt es an: Hier sind Schnittmaßnahmen geplant. Foto: fle

„F“ besiegelt das Schicksal

Entlang der S-Bahnstrecke wurden Bäume markiert

Bezirk – Entlang der S-Bahnstrecke zwischen Berlin-Wilhelmsruh und Wittenau und sind Bäume mit Zahlen und Buchstaben in blauer Schrift markiert. Warum?

„Diese Markierungen werden durch die Baumkontrolleure der Deutschen Bahn angebracht.“, erklärt Gisbert Gahler, von der Deutschen Bahn AG. Bezirksstadträtin Julia Schrod-Thiel (CDU) ergänzt: „Die Abkürzungen ‚F‘ steht für Fällungen, ‚S‘ für Schnittmaßnahmen.  Sie werden in der Kommunikation des Umwelt- und Naturschutzamtes mit der Deutschen Bahn verwendet.“

Eine Markierung der Bäume entlang der S-Bahn-Strecken kann verschiedene Gründe haben: Dazu gehören Baumpflegemaßnahmen, die Vorbereitung von Bauvorhaben, Schädigungen durch Trockenheit oder Pilzbefall und die Wahrung der Verkehrssicherheit. Die von der DB beantragten Maßnahmen werden dann durch das Umwelt- und Naturschutzamt geprüft – und entweder genehmigt oder abgelehnt.

Im Falle der markierten Bäume zwischen Wilhelmsruh und Wittenau erklärt Gisbert Gahler, „dass die Bäume aus Sicherheitsgründen mit Maßnahmen beplant sind, da sie entweder eine Gefahr für den Bahnbetrieb oder Dritte darstellen. Die Fällungen erfolgen außerhalb der Brut- und Setzzeit, sobald eine amtliche Fällgenehmigung vorliegt. Bei akuter Gefahr werden Bäume jederzeit und innerhalb von 24 Stunden gefällt.“

Werden Bäume gefällt, wird „ein ökologischer Ausgleich gemäß § 6 Baumschutzverordnung festgelegt, etwa in Form einer Ersatzpflanzung – in der nächstfolgenden Pflanzperiode – oder durch Erhebung einer Ausgleichsabgabe“, heißt es aus dem Bezirksamt. Allerdings erfordere nicht jede Fällmaßnahme einen Ausgleich, insbesondere nicht bei sogenannten Gefahrenbäumen. 

Eine Antwort auf die Frage, wie viele Bäume gefällt werden, gab es nicht.  „Eine vollständige Aufstellung aller durch Bescheid genehmigten Maßnahmen an Bäumen kann […] mit vertretbarem Verwaltungsaufwand nicht erstellt werden“, lautete die Antwort aus dem Büro der Stadträtin. Gisbert Gahler erklärt: Wir erfassen Maßnahmen- und Gefahrenbäume auf Basis von Streckenabschnitten, nicht bezirksspezifisch. Daher können wir keine genaue Anzahl für Reinickendorf nennen. 

Er fügte hinzu: „Da sich die Flächen von DB InfraGO selten für planmäßige Anpflanzungen eignen, gibt es in der Regel keine Ersatzpflanzungen auf unserem Grundstück.“ Ob es diese an anderer Stelle geben wird, ist nicht bekannt.

Christiane Flechtner

Christiane Flechtner ist seit mehr als 30 Jahren als Journalistin und Fotografin in Reinickendorf und auf der ganzen Welt unterwegs. Nach 20 Jahren bei der Lokalzeitung Nord-Berliner ist sie seit der ersten Ausgabe mit im Team der Reinickendorfer Allgemeinen Zeitung und anderer Verlagsmedien. Sie arbeitet außerdem als freie Journalistin und Fotografin bei „Welt“, Berliner Zeitung und anderen Zeitungen in Deutschland, Österreich und Luxemburg sowie für u. a. Reise-, Wander- und Tiermagazine.