Reinickendorf – Einsatzkräfte haben in Reinickendorf einen 42-jährigen Mann festgenommen, der sich zuvor mutmaßlich selbst als Polizist ausgegeben hatte … offenbar um Geld zu stehlen.
Beim Autokauf überrascht
Gegen 20.40 Uhr hatte sich am letzten Freitag (16. Januar) nach bisherigen Erkenntnissen ein 29-Jähriger im Beisein von zwei Bekannten mit einem Mann auf einem Supermarkt-Parkplatz an der Emmentaler Straße zu einem geplanten Autokauf verabredet. Der unbekannte Verkäufer soll sich hierzu in das Fahrzeug des 29-Jährigen gesetzt haben, um den vereinbarten fünfstelligen Geldbetrag zu zählen, schreibt die Polizei. Währenddessen seien zwei Männer an den Wagen getreten und hätten sich als Polizisten in Zivil ausgegeben. Dem Vernehmen nach forderten sie die beiden Fahrzeuginsassen auf, auszusteigen und das Geld im Auto liegen zu lassen – unter dem Vorwand, es müsse beschlagnahmt werden. Anschließend soll das mutmaßliche Täterduo die beiden Insassen durchsucht und einen weiteren aufgefundenen vierstelligen Geldbetrag ebenfalls an sich genommen haben.
Flucht über Fuß und Verfolgungsjagd
Der 29-Jährige, dem das Ganze wohl komisch vorkam, soll sich dann telefonisch mit seinem Anwalt abgestimmt haben. Doch während des Gesprächs setzten sich die beiden falschen „Polizisten“ in ihren Wagen und fuhren davon. Dabei rollten sie offenbar über den Fuß eines 38-Jährigen. Trotzdem nahm dieser mit seinem jüngeren Bekannten die Verfolgung auf: Es ging durch die Emmentaler Straße in den Armbrustweg. Als das dortige Sackgassenende den Flüchtenden den Weg versperrte, sollen die beiden ausgestiegen sein und mit einer Schusswaffe gedroht haben.
„Der 29-Jährige verfolgte daraufhin einen Tatverdächtigen und lotste alarmierte Einsatzkräfte hinzu, die schließlich den 42-Jährigen nahe der Kreuzung Emmentaler Straße Ecke Reginhardstraße festnahmen“, heißt es weiter. „Die Einsatzkräfte durchsuchten ihn und fanden eine Schutzweste, ein Funkgerät, ein Mobiltelefon und zwei Fahrzeugschlüssel. Zudem fanden sie in einem nahegelegenen Gebüsch eine geholsterte Softair-Pistole und Handfesseln.“
Spurensicherung am mutmaßlichen Fluchtfahrzeug
Die örtlich zuständige Kriminalpolizei führte Spurensicherungsmaßnahmen an dem zurückgelassenen mutmaßlichen Fluchtfahrzeug durch. Dabei fanden die Ermittler einen Geldbetrag im niedrigen dreistelligen Bereich sowie ein Mobiltelefon. Sämtliche Gegenstände und das Auto wurden beschlagnahmt.
Der 42-Jährige kam in Polizeigewahrsam und wurde dem zuständigen Fachkommissariat der Polizeidirektion 1 (Nord) übergeben. Sein mutmaßlicher Komplize sowie der Verkäufer konnten bislang nicht angetroffen werden, so die Polizei. Die weiteren Ermittlungen wegen des Verdachts des schweren räuberischen Diebstahls mit Waffen, der Amtsanmaßung und der gefährlichen Körperverletzung dauern an.






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