Bezirk – Was für ein Finale in der Berlin-Liga! Der letzte Spieltag zog alle Register und zeigte einmal mehr, was den Fußball so interessant und spannend machen kann – insbesondere am Poloplatz in Frohnau. Einen nahmen die letzten Minuten dieser Saison ganz besonders mit: Nick Przesang.
Der Spielplan wollte es so, dass zum Finale der Frohnauer SC auf BW Hohen Neuendorf traf. Przesang hatte in der vorigen Saison seine Laufbahn als Spieler beim FSC wegen ständiger Knieprobleme eigentlich beendet, sich dann aber zur neuen Spielzeit den Hohen Neuendorfern angeschlossen, als sich das Knie erholt hatte. Er kam zu 15 Einsätzen, nach der Hinserie aber war endgültig Schluss. Zur neuen Saison kehrt er nach Frohnau zurück und übernimmt den Trainerposten von Olaf Jahn, der die Mannschaft nach der 0:7-Niederlage in Altglienicke an den letzten fünf Spieltagen gecoacht hatte.
Die Konstellation vor dem letzten Spiel war klar: Hohen Neuendorf hatte den Klassenerhalt sicher, Frohnau brauchte einen Sieg und musste gleichzeitig auf eine Niederlage von Altglienicke II bei Blau-Weiß 90 hoffen.Es blieb ein Thriller bis zum Schluss. „In der ersten Halbzeit sah es gar nicht gut aus für Frohnau“, sagte Przesang. Sebastian Wolf hatte die Gäste aus Hohen Neuendorf in Führung gebracht, kurz vor der Pause schoss Jean-Marc Soine einen Elfmeter an die Latte. „Wenn der reingeht, wäre es ganz schwer geworden für den FSC“, so Przesang.
Aber die Hausherren schafften die Wende. Sechs Minuten nach Wiederbeginn erzielte Charlie Werner den Ausgleich – und in der 65. Minute traf Philipp Walter zum 2:1. Frohnau brachte die knappe Führung ins Ziel und konnte schließlich jubeln, weil Blau-Weiß 90 mit dem gleichen Ergebnis die VSG Altglienicke II bezwang. Frohnau holte 41 Punkte, Altglienicke einen weniger. Neben Polar Pinguin und SSC Südwest musste die VSG den Gang in die Landesliga antreten.

Damit krönte Olaf Jahn eine tolle Aufholjagd. Unter seiner Regie holte der FSC elf Punkte in den letzten fünf Spielen (drei Siege, zwei Remis). „Das freut mich natürlich sehr, dass ich die Mannschaft in der Berlin-Liga coachen werde“, so Przesang, der im Besitz der Trainer-C-Lizenz ist und Ende August den Lehrgang für die B-Lizenz beginnt.
Jubel gab es auch am Wackerweg, wo die Füchse zur großen Meisterparty luden. Die Truppe von Trainer Sanel Begzadic setzte mit dem 6:0-Sieg gegen den TSV Rudow zum Abschluss einer großartigen Saison die Kirsche auf die Sahnetorte. „Es hätte auch zweistellig werden können, wenn wir voll durchgezogen hätten“, sagte Dominik Schmidt vom Füchse-Vorstand nach dem halben Dutzend gegen die stark ersatzgeschwächten Gäste.
Die Füchse brachten 79 Punkte auf ihr Konto und wiesen mit 19 Zählern auf Vizemeister Blau-Weiß 90 einen der größten Vorsprünge eines Meisters in der höchsten Berliner Spielklasse auf. Nach 15 Jahren Abstinenz geht es nun zurück in die NOFV-Oberliga.





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