See in Not – zur Situation am Schäfersee hatte Bettina König eine Anfrage an den Senat gestellt. Foto: fle

Hoffnung für den Schäfersee

Reinickendorf – Nach dem großen Fischsterben im Schäfersee nach den heftigen Regenfällen vor den Sommerferien hatte die SPD-Abgeordnete Bettina König im August eine Schriftliche Anfrage an den Senat gestellt, um sich nach dem aktuellen Zustand des Sees zu erkundigen.

Dieser antwortete, dass in 14-tägigem Abstand Messungen des Sauerstoffgehalts durchgeführt werden und in sehr warmen „Stagnationsphasen“ und nach Starkregen der See allerdings Sauerstoffdefizite hat, da Bakterien und Mikrozooplankton unter hohem Sauerstoffverbrauch organische Substanz abbauen. Belüftungsmaßnahmen und Sedimentkonditionierung über den Eintrag von Kalziumnitrat, sowie die zunehmende Abkopplung von Einträgen können diesem Prozess entgegenwirken.

Auf Bettina Königs Frage, welche konkreten Maßnahmen der Senat bereits ergriffen oder geplant hätte, um die jeweiligen Werte für den Gehalt an Sauerstoff sowie der weiteren jeweiligen Nährstoffe im Reinickendorfer Schäfersee zu verbessern, lautete die Antwort: „Die Senatsverwaltung hat im Jahr 2014 eine Teilentschlammung vorgenommen, bei der Sedimente ufernah entnommen wurden. Seit Abschluss der Teilentschlammung führt die Senatsverwaltung umfangreiche Stützungsmaßnahmen des Schäfersees durch. Zur Bekämpfung von Sauerstoffmangelsituationen im oberflächennahen Wasser sind dauerhaft drei Belüftungs- bzw. Umwälzgeräte im Einsatz. Die Geräte sind an ein Frühwarnsystem gekoppelt und können automatisch betrieben werden. Beim Ausbau der Residenzstraße und des Franz-Neumann-Platzes soll laut Auskunft des Bezirksamtes Reinickendorf das im Bereich der Fahrbahn anfallende Niederschlagswasser durch die belebte Oberbodenschicht vorgereinigt werden, bevor es in den See eingeleitet wird (Mulden-Rigolen-System). Zur Planung von Maßnahmen zur Regenwasserbehandlung im Einzugsgebiet des Flughafensees wird ein Messprogramm durchgeführt, das auch Messungen in der Regenkanalisation im Einzugsgebiet des Schäfersees umfasst.“

„Die Antworten zeigen, dass der Schäfersee Hilfe braucht. Deshalb begrüße ich, dass der Senat gemeinsam mit der TU Berlin an maßgeschneiderten Lösungen forscht“, sagt Bettina König. „Aber Priorität muss die Vorfilterung von Regenwasser vor allem von der Residenzstraße haben, damit dieser Dreck aus Reifenabrieb und sonstigen Abfällen nicht einfach in den See gelangen kann. Nur so kann der Schäfersee auf lange Sicht auch als das Naherholungsgebiet bestehen bleiben, als das er von den Reinickendorfern geschätzt wird.“ Auf das Problem hatte Anton Kulmus von der Projektgruppe Schäfersee schon vor Jahren hingewiesen. Vielleicht passiert jetzt endlich was.

red

Inka Thaysen

Ursprünglich beim Radio journalistisch ausgebildet, bin ich seit Ende 2018 für den RAZ Verlag tätig: mit redaktionellen sowie projektkoordinativen Aufgaben für print, online, Social Media und den PR-Bereich.

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