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Menschenleben in Gefahr

Reinickendorf – Die Mitarbeiter der Feuerwehr, hauptberuflich oder in ihrer Freizeit bei der Freiwilligen Feuerwehr, haben ein Hauptproblem: Ihre Aufgabe, Leben zu retten und Brände zu löschen, wird immer wieder durch Falschparker behindert. Dabei werden nicht nur Feuerwehrzufahrten, sondern auch die vorgeschriebenen Fünf-Meter-Freiflächen an Straßenecken zugeparkt. Die Folge: die Rettungsfahrzeuge können nicht passieren.

Die Feuerwehr wollte die Öffentlichkeit auf dieses Problem aufmerksam machen und führte am 20. April gemeinsam mit dem Ordnungsamt und der Polizei eine vierstündige Übung in Reinickendorf-Ost durch. Beteiligt waren – auf Abruf – ein Einsatzfahrzeug der Berufsfeuerwehr mit Drehleiter sowie zwei Züge der Freiwilligen Feuerwehr. Am Sammelpunkt trafen sich weitere Einsatzkräfte mit Fahrzeugen der Polizei und des Ordnungsamtes zu einer Lagebesprechung.

Am Einsatzort Epensteinplatz ist der 1893 angelegte Platz – auch entgegen der Fahrtrichtung – im Innen- und Außenkreis zugeparkt, ebenfalls die einmündenden Ecken der Epenstein- und Schwabstraße. Detlef Heße kontrolliert mit einem Messgerät die Abstände der störenden Fahrzeuge zu den Straßenecken. Der Polizeibeamte ist mit Herzblut im Dienst: Eigentlich soll er im Juni pensioniert werden, hofft aber auf eine Verlängerung seiner Amtszeit. Er drückt schon mal ein Auge zu, wenn es um geringe Übertretungen geht, aber bei diesem Einsatz toleriert er nichts.

Zuerst wird versucht, den Halter des Falschparkers zu ermitteln. Oftmals gelingt das, die fahren ihr Auto weg und kommen mit einer Ermahnung oder einem Bußgeld davon. Wo der Halter nicht erreichbar war, wurden die Fahrzeuge abgeschleppt; vier an der Zahl. Danach konnte die Feuerwehr passieren.

Die Aktion sollte darauf aufmerksam machen, dass ein falsch abgestellter Pkw im schlimmsten Fall Menschenleben gefährden kann, weil das Rettungsfahrzeug nicht zum Einsatzort vorfahren kann. kbm

Der Halter konnte nicht ermittelt werden, der Transporter wird abgeschleppt. Bild: kbm

Inka Thaysen

Ursprünglich beim Radio journalistisch ausgebildet, bin ich seit Ende 2018 für den RAZ Verlag tätig: mit redaktionellen sowie projektkoordinativen Aufgaben für print, online, Social Media und den PR-Bereich.