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eine Frau steht vor einem Gemälde
Paula Carralero Bierzynska öffnet ebenfalls ihr Atelier. Foto: fle

Offene Studios in der Ar_29

Atelieretage präsentiert sich und kämpft weiter um ihre Zukunft

Reinickendorf – Kunst zum Ansehen und Anfassen gibt es am 7. und 8. November in der Atelieretage Ar_29 in Alt-Reinickendorf 29: Die Open Studios stehen in diesem Jahr unter dem Motto „Save our Studios“ – rette unsere Studios – und es sind Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Grafik, Fotografie, Video, Skulptur/Objekt, Installation, Performance zu sehen, unter anderem von den Künstlern Yedam Ann, Marina Camargo, Paula Carralero Bierzynska, Peter Duka, Julia Ludwig und Jochen Schneider.

Die Atelieretage AR_29 wurde 2013 als eine der ersten durch den Berliner Senat geförderten Atelierflächen in Reinickendorf, in einer ehemaligen Polizeiwache, gegründet. „Doch seit August 2025 wissen wir, dass unser Atelierstandort stark bedroht ist – und somit auch die Existenz vieler Künstler“, sagt Malerin Paula Carralero Bierzyńska. 

Der Hintergrund: Zum Februar 2028 läuft der Mietvertrag aus – und mit den angekündigten Kürzungen des Arbeitsraumprogramms durch den Senat steht im Raum, dass der Vertrag nicht verlängert wird. Dies betrifft allerdings nicht nur die Atelieretage AR_29, sondern zahlreiche weitere Standorte, insgesamt über 300 Ateliers. Im letzten Jahr sind bereits mehrere Atelierhäuser aus der Förderung gefallen. Viele der dort arbeitenden Künstlerinnen und Künstler können sich die aktuellen Marktmieten nicht mehr leisten. Weiteren Häusern droht ein ähnliches Schicksal. Aktuell gibt es in der Atelieretage auf einer Fläche von mehr als 1.000 Quadratmetern insgesamt 21 Ateliers für vielfältige künstlerische Positionen, vertreten durch ein internationales Kollektiv von Kunstschaffenden unterschiedlicher Disziplinen. Neben den regelmäßigen „Open Studios“ werden zahlreiche eigene Veranstaltungsformate realisiert, darunter thematische Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Performances, Diskussionsveranstaltungen sowie internationale Künstleraustausche. Durch Kooperationen mit Institutionen wie dem Kulturamt Reinickendorf, der Humboldt-Bibliothek oder der Graphothek Berlin und durch die Teilnahme an den bezirksweiten Atelierwochenenden ist AR_29 zu einem wichtigen Bestandteil der Berliner Kunstszene geworden.

„Wir hoffen, dass es für uns weitergeht, denn es sind nicht nur die Räume, um die es geht“, sagt Carralero-Bierzynska. „Es ist ein Ort der Gemeinschaft, der Zusammenkunft, des Austauschs. Das darf nicht zerstört werden.“

Die Open Studios sind am 7. November von 14 bis 20 Uhr und am 8. November von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Kostenlose Führungen werden an beiden Tagen um 15 und 16.30 Uhr von den Kunsthistorikerinnen Dr. Birgit Szepanski & Dr. Claudia Beelitz angeboten (Treffpunkt: Wendeltreppe 2. OG).

Christiane Flechtner

Christiane Flechtner ist seit mehr als 30 Jahren als Journalistin und Fotografin in Reinickendorf und auf der ganzen Welt unterwegs. Nach 20 Jahren bei der Lokalzeitung Nord-Berliner ist sie seit der ersten Ausgabe mit im Team der Reinickendorfer Allgemeinen Zeitung und anderer Verlagsmedien. Sie arbeitet außerdem als freie Journalistin und Fotografin bei „Welt“, Berliner Zeitung und anderen Zeitungen in Deutschland, Österreich und Luxemburg sowie für u. a. Reise-, Wander- und Tiermagazine.