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Spatenstich in der Kaserne

Bezirk – Am französischen Nationalfeiertag, am 14. Juli, stand ein besonderer Termin im Kalender des stellvertretenden Reinickendorfer Bürgermeisters: Die Botschafterin der Republik Frankreich in Deutschland, ihre Exzellenz, Frau Anne-Marie Descotes, hatte sich zu einer feierlichen Veranstaltung mit hohen Vertretern des französischen Militärs angesagt. Uwe Brockhausen, stellvertretender Bezirksbürgermeister Reinickendorfs (SPD), begleitete die Feierstunde in der Julius-Leber-Kaserne als Vertreter der deutschen Verwaltung für die Bezirke Reinickendorf und Mitte.

Gemeinsam mit Brigadegeneral Jürgen Karl Uchtmann zelebrierte die Botschafterin den feierlichen ersten Spatenstich für die „Stätte der deutsch-französischen Partnerschaft“. Die Kaserne wurde 1945 von den alliierten Streitkräften übernommen. 1.800 französische Soldaten zogen in das „Quartier Napoleon“ und die großen Feste im Offizierskasino werden als Legenden überliefert. Die zukünftige militärhistorische und offizielle Sammlung der Bundeswehr soll aus drei Standorten bestehen. Im Wachgebäude der Julius-Leber-Kaserne gibt es bereits eine Ausstellung, die den Alltag der französischen Soldaten darstellt. Künftig soll den Besuchern gezeigt werden, wie die Franzosen nach dem 2. Weltkrieg nach Berlin gekommen sind.

Mit dem Spatenstich am Nationalfeiertag wird eine Außenanlage errichtet, die aus einem französischen Kampfpanzer und einem Ehrenmal der französischen Nationalstiftung besteht. Während das französische Musikkorps die beiden Nationalhymnen spielte, befand sich der Panzer gerade im Elsass, auf dem Weg nach Berlin. Die RAZ hatte Gelegenheit, mit der Botschafterin ein Exklusiv-Interview zu führen. Anne-Marie Descotes berichtete von ihren Interessen im Bereich der europäischen Zusammenarbeit, der Globalisierung, Kultur und Bildung sowie internationale Entwicklung im französischen Außenministerium. Sehr interessiert zeigte sie sich an Berichten über die Parade zum Abzug der französischen Truppen über die Berliner Straße in Tegel sowie das Weiterleben des französischen Geistes im „Kulturhaus Centre Bagatelle“ in Frohnau, der von einem privaten Verein mit 800 Mitgliedern und zirka 100 Ehrenamtlichen ermöglicht wird.

An der Feierstunde nahmen auch hochrangige französische Militärvertreter unter Führung von Militärattaché Generalmajor Jean-Pierre Metz sowie Vertreter der “französischen Veteranenvereinigung Berlin“, der „Deutsch-französischen Gesellschaft Berlin“ sowie der „Reservistenkameradschaft 05 France“ teil. Brigadegeneral Uchtmann sprach in seiner Rede die Hoffnung aus, dass das an diesem Tag aus der Taufe gehobene Begegnungszentrum in einem Jahr fertiggestellt ist. Viel Erfolg dafür.kbm

Spatenstich mit Brigadegeneral Jürgen Karl Uchtmann und der französischen Botschafterin Anne-Marie Descotes Fotos (2): kbm

Inka Thaysen

Ursprünglich beim Radio journalistisch ausgebildet, bin ich seit Ende 2018 für den RAZ Verlag tätig: mit redaktionellen sowie projektkoordinativen Aufgaben für print, online, Social Media und den PR-Bereich.