Wie viele Reinickendorfer engagieren sich im Wasserrettungsdienst?
Thiemo Klawa: Wir haben 500 Mitglieder. Von ihnen sind 40 bis 50 aktive Rettungsschwimmer, die im Wasserrettungsdienst in Reinickendorf tätig sind. Von den sechs Wasserrettungsstationen, die in Reinickendorf rund um den Tegeler See angesiedelt sind, wird die Wasserrettungsstation Forsthaus einzig vom Reinickendorfer DLRG-Team betrieben. Die anderen Stationen werden von Nachbarbezirken besetzt – Reiswerder von der DLRG Tiergarten und die Scharfenberger Enge von Wedding/Prenzlauer Berg. In Saatwinkel arbeitet die DLRG gemeinsam mit Kollegen vom Arbeiter-Samariter-Bund zusammen.
Was sind Ihre Aufgaben?
Hendrik Beier: Unsere Hauptaufgabe ist die Aufklärung über Gefahren im und am Wasser. Was für Gefahren gibt es an den Badestellen? Gibt es Untiefen? Welche Baderegeln gibt es? Wie wichtig ist ein guter Sonnenschutz? Aber natürlich gehört die Wasserrettung zu unseren wichtigsten Aufgaben.
Thiemo Klawa: Die Wasserrettungsstationen sind vergleichbar mit der Freiwilligen Feuerwehr. Sie sind besetzt und rücken im Notfall aus. Dabei haben wir einen Regelbetrieb von O bis O, also von Ostern bis Oktober. Jeden Sonnabend und Sonntag sind wir dann von 8 bis 18 Uhr in Bereitschaft. Verteilt auf den Stationen sind auch Einsatztaucher vor Ort, die dann in bestimmten Fällen hinzugezogen werden. Ob eine Regatta, die zu begleiten ist, ein Unfall im naheliegenden Segelclub, Sanitätseinsätze, Hilfe für gekenterte Segler oder sogar technische Hilfe – die Aufgaben des DLRG-Teams sind vielfältig. Durch die internen Ausbildungsstrukturen können die Einsatzkräfte sich immer weiter qualifizieren.
In welchem Bereich?
Thiemo Klawa: Wir bieten Schwimm- und Rettungsschwimm-Ausbildung an, allerdings ist das zurzeit immer noch schwierig. Durch die Hallenschließungen aufgrund von Corona wurden uns die wichtigen Existenzgrundlagen des Vereins genommen. Schließlich generieren wir uns ja nur über Mitgliedsbeiträge und Spenden, und wenn wir keine neuen Mitglieder gewinnen und auch keinen Nachwuchs heranziehen können, dann entsteht eine riesen Lücke – einerseits bei uns im Team und in der Vereinskasse.
Wo findet denn das Training statt?
Thiemo Klawa: Wir konnten nun zum Glück in die Schwimmhalle an der Seestraße ausweichen und setzen dort das Training fort. Im Sommer ist auch vieles draußen möglich.
Suchen Sie noch Mitglieder?
Hendrik Beier: Ja, wir sind eigentlich immer auf der Suche nach Leuten, die sich ein wenig engagieren wollen. Sie müssen nicht unbedingt nur als Rettungsschwimmer tätig sein wollen. Im Gegenteil, wir suchen engagierte Leute in vielen Bereichen. Dazu gehören Erste-Hilfe-Ausbilder ebenso wie Bootsführer. In unsere Jugendabteilung können alle kommen, die schon zehn Jahre und älter sind. Die Schwimmausbildung empfehlen wir ab einem Alter von vier bis fünf Jahren bei uns, die Ausbildung reicht dann vom Seepferdchen bis zum Rettungsschwimmer. Den Rettungsschwimmschein Silber können Mädchen und Jungen dann ab einem Alter von 14 Jahren erwerben.
Thiemo Klawa: Aktuell laufen die Planungen und Organisationen für die neue Ausbildungssaison. Ab September, zum Beginn des nächsten Schuljahres starten wir dann in diese.
Danke für das Gespräch.
Interview Christiane Flechtner
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