Tegel – An einem heißen Juni-Abend lud die Bezirksbürgermeisterin zum jährlichen Wirtschaftsempfang; in diesem Jahr auf den Tegeler Campus der German University in Cairo (GUC). Gekommen waren rund 200 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft – lokale Unternehmer, Politiker und Mitarbeiter des Bezirksamtes. In einer ehemaligen Werkhalle der Borsigwerke, Am Borsigturm 16, die nun zum Campus der GUC gehört, würdigte Emine Demirbücken-Wegner (CDU) die Leistungsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Reinickendorf und stellte den Unternehmergeist und die Innovationskraft der im Bezirk ansässigen Unternehmen heraus. Zugleich dankte sie Gastgeber Prof. Ashraf Mansour für den außergewöhnlichen Veranstaltungsort. Die German University Cairo ist die größte deutsche Auslandsuniversität; in die Außenstelle in Tegel kommen seit 2012 bis zu 500 Studierende der Uni pro Auslandssemester.

Irritiert über die Wahl der Location für den Wirtschaftsempfang war allerdings der unmittelbare Nachbar der GUC, Teja Engel, Inhaber des mittelständischen Unternehmens „Nostalgic-Art“. Engel sagte gegenüber der RAZ: „Dass das Bezirksamt gemeinsam mit der GUC diese repräsentative Veranstaltungen ausrichtet, wirkt auf uns befremdlich.“ (Die RAZ berichtete über den Konflikt der Nachbarn: Die Uni will ihren Campus erweitern und hat dafür vom Senat im April die einzige Zufahrtsstraße erworben, auf der die Waren für Nostalgic Art zum Lager, der ehemaligen Kanonenhalle, angeliefert werden und ein weiteres Flurstück, das die großen Sattelschlepper zum Rangieren brauchen. Das wollte Engel auch mit Hilfe des Bezirksamtes verhindern. Da das nicht geklappt hat, ist das Unternehmen in seiner Existenz gefährdet.) Teja Engel: „Die Bezirksbürgermeisterin hat sich immer ausdrücklich als neutrale Vermittlerin zwischen den Beteiligten positioniert. Aber sie hofiert lieber die GUC durch diese Veranstaltung.“






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