Das Tegeler Hafenfest drohte zu platzen. Drei Wochen vor dem geplanten Termin teilte der Veranstalter „Hauptstadt Kultur“ mit, dass er das Event in diesem Jahr nicht durchführen könne: Zu hohes finazielles Risiko.
Die Auflagen seien gegenüber dem vergangenen Jahr höher und das Bezirksamt hätte den geplanten Eintritt nicht genehmigt. „Das wäre ein Versuch gewesen, die extrem hohen Kosten aufzufangen“, erklärt Christian Jüttner, Vorsitzender des Veranstalters „Hauptstadt Kultur“. Zwei Euro Eintritt wollte er pro Person verlangen.
Jüttner organisiert solche großen Veranstaltungen seit über 20 Jahren. Aber das Hafenfest hätte schon im vergangenen Jahr viel Geld gekostet, weil es wegen Sturmschäden an der Promenade verschoben werden musste. Und: „Die Auflagen werden immer strenger. Ich möchte nicht sagen, dass vieles davon nicht nachvollziehbar ist, aber das muss finanziert werden. Das Risiko ist irgendwann einfach zu hoch. Ich habe auch eine Verantwortung für meine Mitarbeiter und darf ein solches Roulette-Spiel nicht betreiben.“ Das ist alles Schnee von gestern: Das Hafenfest 2026 findet statt und das ist zwei alten Bekannten zu verdanken, Henry und Kristian Atzig: „Beide sind als erfahrene Veranstalter bestens geeignet, das wirtschaftliche Risiko auf sich nehmen“, sagt Felix Schönebeck, Vorsitzender des Vereins I love Tegel, der in der Sache vermittelte. Am Ende konnten sich „Hauptstadt Kultur“, Artzigs Catering Company Berlin und das Bezirksamt auf den Veranstalterwechsel einigen. Vater und Sohn hatten sich vor allem aus alter Verbundenheit zum Bezirk bereit erklärt, das Hafenfest vom 16. bis 19. Juli an der Greenwichpromenade durchzuführen. Sie haben es einst gegründet und anschließend 13 Mal organisiert. „Wir mussten einfach helfen“, sagt Henry Arzig, „und sind nun am Rudern, alles noch rechtzeitig auf die Beine zu stellen.“ Kein leichtes Unterfangen, denn Genehmigungen mussten neu beantragt und neue Auflagen erfüllt werden. So sind nun Poller an den Eingängen vorgeschrieben und eine Wasseraufsicht, die Festbesucher rettet, die ins Wasser fallen. Einziger Wehrmuts-tropfen: Ein Feuerwerk wird es nicht geben – die Genehmigung dafür war in der Kürze der Zeit nicht einzuholen.





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