Tupfen, Streichen, Renovieren: In den vergangenen Wochen wurde im und am denkmalgeschützten LabSaal in Alt Lübars saniert und restauriert. Und pünktlich zum Tag des offenen Denkmals am 13. September zeigt sich der 1896 gebaute Saal in neuem Glanz.
Vom 27. Juli bis zum 20. August verbrachten Eva Ruhrberg (auf dem Foto links), Iris Wehrmann (M.), Jürgen Janke (r.), Thomas Hamann, Gisela Metze, Claudia Jacob, und Norbert Heners-Martin zahlreiche Stunden mit den Renovierungs- und Restaurationsarbeiten. „Was wir vor zwei Jahren begonnen haben – dazu gehört die Restauration der Saaldecke mithilfe von Restauratorin Dörte Pörschke –, haben wir nun fortgeführt“, sagt der geschäftsführende Vorstand Heners-Martin.
Bereits 2025 hatten die freiwilligen Helfer begonnen, in mühsamer Arbeit per Schwämmchen die sechs Meter hohen Saalwände von 40 Jahren Staub zu befreien. „Und das haben wir an der hinteren Wand nun fortgeführt und abgeschlossen – eine Mordsarbeit“, sagt Iris Wehrmann, Beisitzerin vom Vorstand. Goldene Samtvorhänge wurden erneuert, andere Vorhänge gewaschen, Fenster geputzt und Fensterbretter gefegt. Während drinnen Staub wegradiert und abgetupft wurde, wurde draußen ein Gerüst aufgebaut. „Das hat uns netterweise unser guter Nachbar von der Gerüstbaufirma Menke gesponsert“, sagt Heners-Martin.
Danach verhüllte Jürgen Janke im Außenbereich Fenster und Lampen, damit beim Streichen keine Flecken draufkamen – und erhielt so seinen Spitznamen „Christo des Labsaals“. Hausmeister Thomas Hamann strich im Anschluss daran die hintere Außenwand. „Es gab 330 Quadratmeter Fläche zu streichen, und dafür verbrauchten wir zwölf 18-Liter-Eimer Farbe“, erinnert er sich.
Am 20. August – pünktlich zu einer Hochzeitsfeier im Gebäude – war der letzte Pinselstrich getan, das Baugerüst verschwunden, und der denkmalgeschützte LabSaal erstrahlte wieder in seinem alten Glanz.
Ehemaliger Tanzsaal in Lübars

Die Geschichte des Festsaales als Teil des Dorfangers von Lübars reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück: Nachdem der strohgedeckte „Alte Dorfkrug“ 1896 in der Nacht zum 2. Februar bei einem Brand vollkommen zerstört wurde, errichtete der Eigentümer Carl Seeger ersatzweise einen massiven Neubau im Gründerzeitstil samt Tanzsaal. Zu den ständigen Saalnutzern gehörte der „Rauchclub zur Linde Lübars“ von 1892 – auch „Piepenclub“ genannt –, der „Gesangverein Harmonie“ und der „Turnverein Jahn Lübars“ von 1906. Es gab Theaterspiele, Erntefeste, Maskenbälle und Stiftungsfeste. Während des Zweiten Weltkriegs diente der große Saal als geheimes Außenlager für Flugmotorenteile der Argus Motoren Gesellschaft. 1949 wurde der Saal in ein Kino umgebaut, doch das Lichtspielhaus wurde 1960 bereits wieder geschlossen. Später diente der Saal als Lagerhalle für Dünger.
Der Verein Natur & Kultur e.V. nahm den Saal im April 1983 erst einmal als Mieter in seinen Besitz. Der Zustand des Gasthaussaals sei desaströs gewesen – es gab Wasser- und Putzschäden, Fenster waren zugemauert, Fassaden waren verrottet und es fehlten Toiletten, Beleuchtung, Küche und Heizung. „Früher gab es ja viele solcher Tanzsäle, die heute nicht mehr existieren, weil sie abgerissen oder umgebaut wurden“, sagt Heners-Martin. „Trapps Festsäle“, der „Alte Fritz“ und der LabSaal wurden glücklicherweise gerettet.
1999 kaufte der Verein das LabSaal-Ensemble und machte den Saal und den Dorfkrug zu dem Schmuckstück, das es heute ist. „Ohne den unermüdlichen Einsatz unserer Freiwilligen wären viele dieser Arbeiten nicht möglich“, betont Gudrun Janke vom geschäftsführenden Vorstand. „Die Helferinnen und Helfer investierten viele Stunden ihrer Freizeit.“
Am Tag des offenen Denkmals, am 13. September, ist der Labsaal von 12 bis 18 Uhr offen: Es werden die Ergebnisse der Vereinsinitiative „denkmalpflegerisches Selbsthilfeprojekt“ vorgestellt, um 15 Uhr gibt es einen Vortrag zur Geschichte und zuvor, um 13 Uhr, spielt das Tüfteltheater ein Stück für Kinder. Außerdem finden Dorfführungen um 12, 14 und 16 Uhr statt. Treffpunkt ist jeweils vor dem LabSaal.





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