Das Waldhotel an der Schönfließer Straße, Ecke Oranienburger Chaussee steht seit zwei Jahren leer. Nun möchte der Eigentümer das Gebäude als Gemeinschaftsunterkunft für wohnungslose und wohnungssuchende Menschen nutzen. „Nach den bislang vorliegenden Unterlagen soll der Schwerpunkt auf der Unterbringung von Familien sowie Personen mit ambulantem Pflegebedarf liegen“, teilte das Bezirksamt auf eine Anfrage der RAZ mit.
Die Umnutzung wurde beim Bezirksamt beantragt und beinhaltet Umbauten im Inneren des Gebäudes sowie eine Neugestaltung der Außenanlagen. Die Bauantragsunterlagen sind allerdings noch nicht vollständig, sodass nicht klar ist, wer genau in das ehemalige Hotel einziehen wird.
Der Bürgerverein in der Gartenstadt Frohnau e.V. äußerte sich folgendermaßen: „Die Angaben sind bislang uneinheitlich: Teilweise ist von wohnungslosen Familien, teilweise von Obdachlosen mit besonderem Pflegebedarf die Rede.“ Das Grundstück des ehemaligen Waldhotels liegt in einem Wohngebiet. Hier sind soziale Unterkünfte, beispielsweise für wohnungs- oder obdachlose Familien, zulässig. Der Bürgerverein gibt allerdings zu bedenken, dass „eine kommerziell betriebene Gemeinschaftsunterkunft für Obdachlose mit ständig wechselnder Belegschaft nicht zwingend unter die genehmigungsfähigen Kategorien fällt.“
Die Abteilung Stadtentwicklung des Bezirksamtes wusste von dem Vorhaben bis zum Eingang des Bauantrags nichts; es fanden im Vorfeld hierzu keine Abstimmungen oder Gespräche mit dem Bezirksamt statt.
Um die Anwohner über den aktuellen Stand des Genehmigungsverfahrens zu informieren, lädt das Bezirksamt am 28. August, 17.30 Uhr, zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung in das Centre Bagatelle ein. Dort werden die zuständigen Fachleute den derzeitigen Stand des Verfahrens erläutern und Fragen beantworten.

Foto: Flechtner
Was hingegen mit dem ehemaligen „Entenkeller“ geschieht, ist ungewiss. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude an der Oranienburger Chaussee war ein beliebtes Ausflugslokal und Hotel mit Keller-Bar. Das Haus steht seit zehn Jahren leer, verfällt und gilt als „Lost Place“. Die RAZ berichtete im vergangenen Jahr, dass der Berliner Unternehmer Abdallah Neeman hier wieder ein Hotel mit Restaurant und Bar eröffnen wollte. Er erwarb das Gebäude bei einer Zwangsversteigerung.
Aus dem Bezirksamt ist nun zu hören, dass 2026 ein Eigentümerwechsel stattgefunden hat und bislang weder ein Bauantrag, noch eine Bauvoranfrage oder ein Nutzungskonzept vorliege.




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