Wittenau – Nee, nix mit „Gute Nacht Freunde” oder „Abendstille überall” – in der Bibliothek des Humboldt-Klinikums werden klangvolle Phantasiesilben und Tonfolgen angestimmt. Motto: Arme hoch, herzhaft atmen und schön tönen!
Hintergrund: Als zweites Krankenhaus in Berlin erhielt das Vivantes Humboldt-Klinikum anfang März vom Verein „Singendes Krankenhaus“ eine offizielle Auszeichnung für ein Projekt, das Singen als gesundheitsfördernde und verbindende Kraft in den Klinik-Alltag bringt.
„Wir verstehen Singen nicht nur als Kulturgut, sondern als achtsame Praxis, die Menschen stärkt – in ihrer Selbstwahrnehmung, im Miteinander und im respektvollen Umgang mit sich selbst und der Welt”, so fasst Sing-Botschafterin Johanna Seiler das Vereins-Selbstverständnis anlässlich der Auszeichnung und Urkunden-Überreichung knapp zusammen.
In der Tat: Achtsames Singen öffnet einen geschützten Raum für Selbstentwicklung, fördert tragfähige Gemeinschaft und stiftet nachhaltige Sinnorientierung – für Patienten, Teams und ganze Organisationen. Nochmal Johanna Seiler: „Ein Lied kann keine Wunder vollbringen. Aber manchmal wirkt es wie eins. Denn, wo Menschen gemeinsam singen, entsteht etwas, das berührt, verbindet – und manchmal verwandelt.”
Dies konnten die rund 50 Anwesenden unter Anleitung der Sing-Botschafterin inklusive Oberton-Schwingungen am eigenen Leib erfahren. Warum Singen eine heilende Wirkung hat, füllt – wissenschaftlich betrachtet – eine lange Liste: So fördert es die Tiefenatmung, senkt Stresshormone, stärkt das Immunsystem und bringt Herz und Kreislauf in einen harmonischen Rhythmus. Darüber hinaus schafft gemeinsamer Gesang menschliche Nähe, stärkt das Miteinander von Patienten, Angehörigen, Mitarbeitern und wirkt somit im Sinne ganzheitlicher Medizin.
Bei Vivantes ins Leben gerufen wurde das Projekt durch das Engagement des Humboldt-Darmzentrums und der evangelischen Krankenhaus-Seelsorge. Es agiert als akustischer Baustein für mehr Lebensfreude und Menschlichkeit im Krankenhaus.
In seinem Grußwort betonte Dr. Skander Bouassida, Leiter des „viszeralonkologischen Zentrums” als spezialisierte Anlaufstelle zur Behandlung von Krebserkrankungen der inneren Organe (wie Magen, Darm, Leber, Bauchspeicheldrüse) „daraus müssen wir etwas machen “. So sei es.





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