Reinickendorf – Jessie „wohnte“ in einem BVG-Wartehäuschen in der Emmentaler Straße. Um sich herum positionierte sie sechs randvoll mit Müll gefüllte Einkaufswagen. Das veranlasste die Community der Facebook-Gruppe „Berlin-Reinickendorf“ unter der Überschrift „Schöner Wohnen in Reinickendorf“ zu kontroversen Kommentaren wie: „Die haust da schon seit Tagen“, „Ist nur eine verwahrloste Frau“ und „Darf es eigentlich überhaupt nicht geben im besten Deutschland aller Zeiten.“ Seit mindestens drei Jahren sei sie rund um die Klemkestraße unterwegs, wäre teilweise aggressiv und nehme keine Hilfe an. Außerdem könne man das Bushäuschen nicht mehr benutzen.
Norbert Raeder wurde auf die obdachlose Frau aufmerksam gemacht und wer ihn kennt, weiß, das er nicht lange fackelt und Hilfe organisiert. Am Morgen danach um 9 Uhr kam eine Mitarbeiterin der christlichen Suchthilfe „Teen Challenge“ und begleitete die Frau in die Obdachlosenunterkunft Home & Care in die Finsterwalder Straße im Märkischen Viertel. „Ein Ort, an dem sie erst einmal zur Ruhe kommen konnte. Für sie war das eine echte Erleichterung und große Freude“, so Norbert Raeder. „Sie erhält nun, so lange sie das möchte, Unterstützung. Ob sie dort bleibt, oder die Straße wieder bevorzugt, wird sich zeigen.“
Die Einkaufswagen waren übrigens nicht mit ihrem eigenen Müll gefüllt, sondern mit „von Jessie in der Umgebung ihres Schlafplatzes aufgesammelten Müll“, so Norbert Raeder.





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