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(v.r.): Oberst Roßmanith, Uwe Brockhausen, Sevda Boyraci, Oberstleutnant Schröter Foto: BA Rdf.

81 Jahre nach Kriegsende – Reinickendorf erinnert und mahnt

8. Mai – ein Tag des Innehaltens und der Verantwortung

Anlässlich des 81. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkriegs in Europa hat das Bezirksamt Reinickendorf heute gemeinsam mit der Bezirksverordnetenversammlung im Rahmen einer Gedenkfeier der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht.

Reinickendorfs Stellvertretender Bezirksbürgermeister Uwe Brockhausen (SPD) erinnerte in seiner Rede an die besondere lokale Dimension des Kriegsendes im Norden Berlins. Dabei schlug er den Bogen von den dramatischen Ereignissen im April und Mai 1945 bis in die Gegenwart. „Der 8. Mai 1945 war kein Tag des Triumphs, sondern ein Moment der Erschöpfung, der Stille und der Ungewissheit – und zugleich der leise Beginn einer Hoffnung, die aus den Trümmern erwuchs“, betonte Brockhausen.

Mit Blick auf die heutige Verantwortung fügte er hinzu: „Der 8. Mai ist kein fernes Datum. Er ist Teil unserer Gegenwart. Die entscheidende Frage ist nicht nur, was damals geschah – sondern was wir heute daraus machen.“ Das Gedenken in Reinickendorf stehe traditionell im Zeichen der lokalen Erinnerungskultur. Zeitzeugenberichte aus Ortsteilen wie Hermsdorf machen deutlich, wie unmittelbar Krieg, Zerstörung und Befreiung auch im Bezirk erlebt wurden. Diese Erinnerungen werden bis heute bewahrt und aufgearbeitet – etwa durch Initiativen und Veranstaltungen des Heimatmuseums Reinickendorf.

Uwe Brockhausen unterstrich, dass der 8. Mai auch 81 Jahre nach Kriegsende ein Tag des Innehaltens und der Verantwortung bleibt. Die Erinnerung an das Leid von Millionen Menschen, an Krieg, Gewaltherrschaft und ihre Folgen sei untrennbar mit dem Auftrag verbunden, unsere freiheitliche Demokratie zu schützen und zu stärken. „Gerade in einer Zeit neuer globaler Spannungen und gesellschaftlicher Herausforderungen gilt: Das Gedenken an den 8. Mai ist kein Blick zurück allein – es ist ein klarer Auftrag für Gegenwart und Zukunft. Reinickendorf steht für eine lebendige Erinnerungskultur, die verbindet, aufklärt und Haltung zeigt.“

Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner sowie die Vorsteherin der Bezirksverordnetenversammlung, Kerstin Köppen (beide CDU) nahmen zeitgleich an offiziellen Erinnerungsveranstaltungen in der französischen Partnerstadt Antony teil. Diese internationale Dimension des Gedenkens unterstreicht die gewachsene Verantwortung für Frieden und Verständigung in Europa.

Redaktion