Bezirk – „Noch nie habe ich Ihrer Redaktion so von Herzen für einen Beitrag gedankt. Ihre Zusammenstellung von Leserbriefen unter der Überschrift: Ist CDU-Beschluss „blühender Unsinn“? ist ein mutiger Akt gegen den Sauberkeits- und Ordnungswahn der Reinickendorfer CDU, die diese Ziele auf einen brutalen Kampf gegen die Natur reduziert. Diese ewig gestrigen Vorstellungen dürfen in unserem Bezirk nicht immer weiter um sich greifen. Das sollten die Bürgerinnen und Bürger bei der nächsten Wahl unbedingt verhindern. Aber vielleicht ist es ja einfach, für totgemähte Parks und Grünflächen zu sein, wenn zu Hause der Sprenger den gepflegten Garten wässert. Mit freundlichen Grüßen, Regine Strelow“
„Wenn ich mir das Foto auf Seite 3 anschaue, wirkt es doch nicht unordentlich, sondern sehr harmonisch. Erkennbar ist der blau blühende Natternkopf, ein wundervolle Bienenpflanze. Ich bin auf jeden Fall für einen mähfreien Mai. Anstatt eine kahle Wiese, ist es doch schön bei einem Spaziergang den Enkelkindern das kleine Stückchen Natur zu erklären. Vielen Dank für die Veröffentlichung dieses Themas. Mit freundlichen Grüßen, Margitta Schüler“
Das sind nur zwei der vielen Leserbriefe, die wir zu unserem Beitrag „Zukünftig ordentlich und sauber“ und den danach abgedruckten Leserbriefen erhalten haben. Dafür herzlichen Dank an alle, die sich die Mühe gemacht haben, uns zu schreiben!
Aufgrund des eindeutigen Votums für den Erhalt des „Mähfreien Mai“ haben wir den Bezirksstadtrat für Ordnung, Umwelt und Verkehr, Sebastian Pieper (CDU), erneut gefragt: „Ist es angesichts des diesjährige Hitzesommers noch zeitgemäß, Rasenflächen kurz zu halten und Büsche radikal zu beschneiden? Warum gibt es kein Einlenken seitens des Amtes in dieser Sache?“
Sebastian Pieper: „Nein, ich halte es nicht für zeitgemäß, sämtliche Rasenflächen möglichst kurz zu halten oder Büsche pauschal stark zurückzuschneiden. Das ist aber auch nicht unser Ziel. Genauso wenig halte ich es aber für sinnvoll, das Straßenbegleitgrün im gesamten Bezirk über Wochen grundsätzlich nicht zu mähen. Die Erfahrungen mit dem ,Mähfreien Mai‘ waren unterschiedlich. Gerade an Straßen sammelte sich teilweise Müll im hohen Bewuchs, zudem wurden an einzelnen Stellen Sichtbeziehungen beeinträchtigt. Deshalb bleibt es dabei: Den ,Mähfreien Mai‘ werden wir in dieser pauschalen Form nicht fortführen. Das bedeutet aber ausdrücklich nicht, dass künftig jede Grünfläche ständig kurz gehalten wird. In Parks und an anderen geeigneten Standorten sollen Flächen weiterhin länger stehen bleiben und sich naturnah entwickeln können.“ Für ihn käme es auf den Standort an, so Pieper weiter. Eine Wiese in einer Parkanlage sei etwas anderes als ein Grünstreifen an einer Kreuzung.
„Wo wir Blühflächen erhalten, Lebensräume für Insekten schaffen und Böden schützen können, sollten wir das tun. Wo Verkehrssicherheit, Sauberkeit oder die Nutzbarkeit des öffentlichen Raums betroffen sind, muss dagegen entsprechend gepflegt werden. Ich halte deshalb wenig von der Gegenüberstellung Naturschutz oder gepflegte Grünflächen. Wir brauchen beides – und eine Grünflächenpflege, die stärker danach unterscheidet, was an welchem Standort sinnvoll ist. Die Erfahrungen dieses Jahres zeigen aus meiner Sicht, dass eine differenzierte Pflege je nach Standort der bessere Weg ist.“




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