Märkisches Viertel – „Berlin isst anders“, mit diesem Spruch wird derzeit in vielen Supermärkten und auf Plakatwänden in Berlin für gesunde Lebensmittel aus der Region geworben. Das junge Unternehmen „SWEMA“ aus Reinickendorf ist eines der 21 teilnehmenden Lebensmittelproduzenten an dieser Kampagne. Unternehmensgründer Swen Straßberger ist stolz darauf, bei dieser Aktion mitzumachen, die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird.
Mit seiner Frau Maja Gerard hat er 2019 angefangen, frische Gemüsebrühen ohne weitere Zusätze zu produzieren und zu verkaufen. Aus den beiden Vornamen Swen und Maja bildeten sie den Namen ihrer Firma: „SWEMA“. Zuerst waren sie allein in dem Unternehmen und arbeiteten rund um die Uhr. 2022 bezogen sie Räume am Zerpenschleuser Ring, einem Industriegebiet am Rande des Märkischen Viertels. Nach und nach wuchs die Firma, auch Mitarbeitende wurden eingestellt. Mit dem jüngsten Neuzugang sind es jetzt 14 Angestellte.
Straßberger steht im Eingangsbereich der 800 Quadratmeter großen Industriehalle vor einer Riesenwand von leeren Gläsern, in die Gemüsebrühe gefüllt werden sollen. Gerade ist eine neue Ladung der zerbrechlichen Gefäße angekommen. Die Preise für alle Zulieferungen gehen steil nach oben, da deckt sich der umsichtige Firmengründer lieber für die nahe Zukunft ein. Straßberger und Gerard haben beide Lebensmitteltechnologie studiert und wollten ihr Wissen in der Praxis ausprobieren.
Gerard kümmert sich um die Finanzen. SWEMA erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,4 Millionen Euro und war noch nie auf Kredite angewiesen. Die Firma arbeitet seit Beginn mit Gewinn. Straßberger weist zudem darauf hin, dass das Ehepaar bisher keine Gewinne entnommen hat. Alles wurde in die Zukunft reinvestiert. Seit zwei Jahren kümmern sie sich nicht nur um die junge Firma, sondern auch um ihre gemeinsame Tochter.
Immer mehr Supermärkte verkaufen die Gemüsebrühen aus Reinickendorf in den Geschmacksrichtungen klassisch, mediterran bis orientalisch. 2025 und 2026 wurden ihre Brühen vom Bio-Verlag mit dem Preis „Bestes Bio“ ausgezeichnet. Straßberger berichtet, dass SWEMA-Produkte im Biofachhandel 2025 die meistverkauften Gemüsebrühen gewesen seien. Im vergangenen Jahr wagten sich die Gemüsemixer vom Märkischen Viertel dann auf ein neues Terrain. Sie brachten Tomatensaucen auf den Markt.
Auch diese ohne Zucker, gluten- und laktosefrei. Allerdings sind die Tomaten aus Italien und nicht aus der Region, wie bei den Zutaten der Gemüsebrühen. „Die Tomaten aus Italien schmecken einfach am besten“, sagt Straßberger. Er suchte nach einer Sortimentserweiterung, die ihm über den Sommer hilft, in dem Gemüsebrühen viel weniger gekauft werden. Diese seien mehr etwas für die kalte Jahreszeit und zum Fasten bis Ostern. Danach beginne die Saison mit Salaten und Grillgemüse. Dafür seien die sechs verschiedenen Tomatensaucen ideal, meint Straßberger, die er im vergangenen Jahr entwickelte.
Von der Kampagne „Berlin isst anders“ verspricht sich der junge Unternehmer eine erhöhte Aufmerksamkeit für nachhaltig produzierte Lebensmittel, die in der Region hergestellt werden. Gut für die Gesundheit der Menschen und auch gut für die Wirtschaft in Reinickendorf.





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