RAZ – Das Leitmedium für Reinickendorf.

Summer in the city: Füchse, Pandi und Entchen von Tharau. Collage/KI: du

Heißläufer, Kaltsteller und plakative Jungrotfüche

Unsere Fuchskolumne mit Reineke F.

„Ich leide nicht unter Realitätsverlust – ich genieße ihn!“ so ein aufgekrakelter Klowand-Spruch.“ – „Das passt ja prima zu euren Menschen-Politik-Häuptlingen.“ – „Immerhin: Der Hauptstadt prominentestes ‚Stromausfall-Opfer‘ Kai Wegner ist endlich zurückgetreten“, ergänze ich den Kommentar meines Schulterfuchses – „Nö Mensch, euer Bürgi-Kai wurde zurückgetreten“ – „genauer gesagt politisch von seinen Parteifreunden kaltgestellt.“– „Das ist ja voll schade, Mensch, dann kann er Berlin ja nicht mehr zur „Krisenpräventions‑Hauptstadt der Welt machen. Übrigens fragt man sich dann auch nach dem Verbleib eures, wie seine Gegner ihm – gelinde gesagt – vorhalten, in Wahrheitsfragen nicht ganz sattelfesten Kanzlers, ob er seine Amtszeit bis zum Ende durchstehen muss“. – „Vor allem, ob wir Menschen seine Amtszeit bis zum Ende aushalten müssen.“ – „Immerhin kann euer Fritze auch Superlative vorweisen: Er ist Ranking-Schlusslicht der top twenty und gilt als der unbeliebteste Bundeskanzler aller Zeiten.“ 

„Fest steht indes: Bald können wir Menschen uns unsere Regierung nicht mehr halbwegs bezahlbar schönsaufen, wenn in Kürze die Schnapssteuer erhöht wird.“– „Apropos Erhöhung: Eure Telekom hat im Hermsdorfer Lotosweg einen 19 Meter hohen alles überragenden Riesen-Sendemast mit Vollstrahlung auf eine KITA in ein historisches Wohngebiet gepflanzt. Die Behörde hat wohl im ersten Durchgang alles durchgewunken…“

„Aber, so lausche Fuchs, wo eine Tür zufällt, tut sich vielleicht woanders eine auf: Als bestes Beispiel dafür steht die Bibliothek am Schäfersee, die nun erst 2027 fertig werden soll. Dafür wurde jetzt die Bücherei am Fuchssteiner Weg in Frohnau liebenswürdig modernisiert wieder eröffnet. Die haben jüngst ein rauschendes Sommerfest gefeiert.“

„Stichwort Feiern: Der neunte Stammtisch gegen Einsamkeit in Reinickendorf öffnet seit Anfang. Juli für jeden letzten Freitagnachmittag im Monat seine Türen. Gastgeber ist der „Club der Lebensfrohen“ im Fontane-Haus“ – „Ob unsere Emine den zehnten Anti-Einsamkeits-Treff in ihrer Amtszeit auch noch vollkriegt?“ – „Gewiss arbeitet sie daran.“ – „Hier noch mehr frohe Kunde: Optisch vollgeile ‚Get-Foxinated‘ Bildmotive kommen allenthalben gut an.“– „Ja, mein rot auffälliger Jungfuchs-Kollege macht was her. Er will auch unseren Tourismus fördern und erstrahlt berlinweit auf 60 sommerlichen ‚Wall Digital Boards‘.“

„Manchmal kann‘s vom Sommer aber auch zu viel werden – nicht nur wegen des Schwitzens – sondern, wenn wie im Märkischen Viertel manche Transformatoren heißgelaufen und sich sicherheitshalber ausschalten – wie David Jahns kampflustige FDP-Fraktion unlängst moniert hat.“ – „Es gibt sie bisweilen also doch noch: Politiker ohne Realitätsverlust. Ich trage der realen Hitze jetzt Rechnung und verziehe mich in meine kühle Fuchshöhle.“ – „Meine schwer geplagte Menschenschulter wird deinen Exil-Entschluss vorbehaltlos unterstützen.“

Füchslichst Ihr Reineke F. und Mitstreiter

Reineke F.

Meist frohgemuter Freigeist, bisweilen Friedenshetzer, vor allem aber fuchsfrech: So der süßplüschig anzuschauende, dem Bezirkswappen entsprungene Sati(e)refuchs Reineke F., der weitaus seltener im Fuchswald abhängt, als schwergewichtig auf der Schulter seines Schreibers herumzulümmeln, um über bezirkliche Ungereimtheiten völlig unplüschig zu lästern.