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Im Einsatz für die gute Sache

Reinckendorf – Da staunten am 2. Mai die Fernsehzuschauer – und besonders die Reinickendorfer. Komiker Oliver Pocher und der Schlagersänger Michael Wendler erspielten in der RTL-Show „Denn sie wissen nicht, was passiert“, 40.000 Euro für das Kastanienwäldchen. In der Show treten Prominente-Paare als Paten für Alltagshelden unter der Leitung des Moderatoren-Trios Gottschalk/ Jauch/ Schöneberger/ zu einem Überraschungs-Wettkampf an. Unter den ausgewählten Zuschauer-Einsendungen für Alltagshelden siegten neben eine Familie, die 17.000 Stoffmasken genäht hatte, der Gastwirt Norbert Raeder.

Dieser „Allrounder“ mit verschiedenen Berufen vom Pharmazeuten bis zum Reisebüro-Kaufmann verwandelte vor 21 Jahren das „Kastanienwäldchen“ in einen Szene-Treffpunkt und Event-Location, in der auch schon mal Schulunterricht stattfand. Der Kneipenwirt, Jahrgang 68, hat Wurzeln in einer sozial engagierten Familie. Vater Raeder, Jahrgang 43, berichtet von seiner sozialdemokratischen Prägung; Sohn Norbert engagierte sich in der Partei „Graue Panther“, deren Landes- und Bundesvorsitzender er wurde. Seit 2016 ist er parteiloser Bezirksverordneter für die CDU in der BVV. In mehreren Ausschüssen sitzt Raeder seit 2017, wo er viel bewirken kann für sein wichtigstes Engagement: die Obdachlosen. Mit Beginn der Corona-Krise sorgte er sich um seine Schützlinge, die ohne Wohnung, Geld und Kühlschrank keine Vorräte anlegen können. Unbürokratisch organisierte er Spenden, die von ehrenamtlichen Helfern in Tüten gepackt und ab 18 Uhr am Spendenzaun hängen. Dieser Zaun wird auch von Anwohnern bestückt.

Während Norbert gerade einen Kunden mit Lebensmitteln und Maske versorgt, bringt Anwohnerin Angelika einige Tüten, die sie zur Selbstbedienung anhängt.

Einige Helfer von „Laib und Seele“ liefern ganze Kisten mit begehrten Spenden. Um 14 Uhr versammeln sich Helfer und Besucher täglich am Franz-Neumann–Platz zur Essensausgabe. Gern genutzter Kontakt zur geschlossenen Kneipe gibt es durch einen neuen Softeis-Schalter. Norbert hilft gern, hat aber Probleme Hilfe anzunehmen. Freunde beschlossen, einmal ihm zu helfen und verwandeln das „Kastanienwäldchen“ während der Zwangsschließung in eine Baustelle, reparieren und verschönern Gastraum und Saal.

Und so ganz nebenbei hat Norbert Raeder mit seinem ehrenamtlichen Engagement deutschlandweit jede Menge Sympathie-Punkte für Reinickendorf und Berlin gesammelt.

kbm

Norbert Raeder verteilt die gefüllten Tüten. Fotos (4): kbm

Sortieren der Spenden und anschließend verpacken Fotos (4): kbm

Little Homes von Sven Lüdecke am Schäfersee Fotos (4): kbm

Inka Thaysen

Ursprünglich beim Radio journalistisch ausgebildet, bin ich seit Ende 2018 für den RAZ Verlag tätig: mit redaktionellen sowie projektkoordinativen Aufgaben für print, online, Social Media und den PR-Bereich.