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Ein Mann in einem Blumen-Truck
Thomas Rosin – Foto: fle

Immer noch keine Ergebnisse

Causa Wochenmarkt am Zeltinger Platz: Man redet immerhin

Frohnau – Gibt es noch Hoffnung für einen dauerhaften Fortbestand des Wochenmarktes in Frohnau? Der Wochenmarkt auf dem Zeltinger Platz 8, dem Parkplatz neben dem S-Bahnhof Frohnau, ist seit sieben Jahrzehnten ein Anlaufpunkt für die Frohnauer. Hier erhalten sie qualitativ hochwertige Waren direkt von kundigen Händlern. Und das soll auch so bleiben, wenn es nach den Wünschen der Bürger und Standbetreiber geht. 

Doch die Situation sah noch vor wenigen Wochen alles andere als rosig aus: Nachdem Ende des vergangenen Jahres der damalige Marktbetreiber allen Händlern kündigte, mussten diese Einzelverträge mit der Deutschen Bahn machen. Viele konnten die monatliche Pacht nicht stemmen – und verließen den Markt (wir berichteten). Unsicherheiten gebe es auch bezüglich der Zukunft des Geländes: Denn ab 2028 galt die Fläche der Bahn als reserviert. „Da ist dann wohl endgültig Schluss“, sagte Thomas Rosin, der auf dem Marktplatz seit 1987 Pflanzen verkauft. 

Allerdings kommt nun Bewegung in die Sache, und die Hartnäckigkeit und Nachfragen der Standbetreiber zahlt sich aus: Mittlerweile beschäftigen sich der Bürgerverein in der Gartenstadt Frohnau e.V., verschiedene Fraktionen und die Deutsche Bahn mit dem Thema. So besuchten Politiker der CDU-Fraktion die Marktbetreiber: „Wir haben vor Ort über die aktuelle Situation sowie Probleme und mögliche Lösungen ausgetauscht“, sagt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Richard Gamp. „Dabei wurde deutlich: Der Wochenmarkt hat großes Potenzial – benötigt aber Unterstützung und eine klare Zukunftsperspektive.“ Es haben zudem Gespräche zwischen der Deutschen Bahn und den Marktbetreibern stattgefunden, zu denen es allerdings noch keine konkreten Ergebnisse gibt. Auch der Konzernbevollmächtigte Alexander Kaczmarek machte sich bei einem Vor-Ort-Termin ein Bild von der Situation. 

Standbetreiber Thomas Rosin jedoch weiß nichts von all diesen Besuchen und Treffen. Da sei nichts in Bewegung – und von der Bahn habe er auch niemanden gesehen. Es habe ihn auch niemand kontaktiert. Er sieht die Zukunft des Marktes wenig optimistisch. 

„Der Wochenmarkt kann nur dann dauerhaft bestehen, wenn alle Beteiligten an einer tragfähigen Lösung arbeiten. Dazu gehören die Marktbeschicker, ein verlässlicher Betreiber, die Deutsche Bahn als Eigentümerin der Fläche – und eine aktive Unterstützung der Kommunalpolitik“, sagt Gamp. In Kürze wird es ein Gespräch mit dem Bürgerverein, dem Bezirksstadtrat und der Wirtschaftsförderung geben. Die RAZ bleibt dran.

Christiane Flechtner

Christiane Flechtner ist seit mehr als 30 Jahren als Journalistin und Fotografin in Reinickendorf und auf der ganzen Welt unterwegs. Nach 20 Jahren bei der Lokalzeitung Nord-Berliner ist sie seit der ersten Ausgabe mit im Team der Reinickendorfer Allgemeinen Zeitung und anderer Verlagsmedien. Sie arbeitet außerdem als freie Journalistin und Fotografin bei „Welt“, Berliner Zeitung und anderen Zeitungen in Deutschland, Österreich und Luxemburg sowie für u. a. Reise-, Wander- und Tiermagazine.