Tegel – „Das wäre eine Katastrophe“, sagt Anwohnerin Bettina Lutze-Luis Fernández über das Vorhaben, den Alten Wiesenweg in der Siedlung Mäckeritzwiesen am ehemaligen Flughafengelände für den Autoverkehr zu sperren. Während die kleine Straße entlang des Hohenzollernkanals zum Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf gehört, befinden sich die Wohnsiedlungen „Alter Wiesenweg“ und „Singdrosselsteig“ ebenso wie Kleingartenanlagen auf Reinickendorfer Bezirksgebiet.
Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf machte per Aushang die Sperrung des Weges zum 27. Mai bekannt. Rund 50 Grundstücke wären dann nicht mehr mit dem Auto zu erreichen. „Es geht ja nicht nur um uns Anwohner, sondern auch um Lieferdienste, Rettungswagen oder Feuerwehr“, sagt Lutze-Luis Fernández.
Laut Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf sei der Abschnitt des Alten Wiesenwegs nur für die Nutzung durch Radfahrer und Fußgänger angelegt worden. Hier verläuft auch der Radweg Berlin – Kopenhagen. Mit dem Autoverkehr sollte deshalb Schluss sein. Dabei gab es ihn im Alten Wiesenweg schon immer. Es handelt sich lediglich um einen wenige hundert Meter langen Straßenabschnitt.
Allerdings sei alles rechtens, wie Oliver Schruoffeneger, Stadtrat im Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf erklärt. Reinickendorf habe im Januar 2024 einen Vertrag mit dem Grundstückseigentümer unterschrieben mit einer wichtigen Passage: „Der Nutzer wird die Nutzfläche zu folgenden Zwecken nutzen und betreiben: Bau, Betrieb und Unterhaltung eines Radfernweges zur öffentlichen Nutzung.“
Schruoffeneger erklärt: „Es gab unzählige Schreiben, Erinnerungen, Telefonate, die alle mit dem Nichtstun von Reinickendorf enden. Ende 2025 haben wir dann von uns aus einen unterschriftsreifen Vertragsentwurf nach Reinickendorf geschickt, haben dann im Februar schriftlich nachgefragt und die Sperrung für April angekündigt. Keine Reaktion.“
Der Reinickendorfer CDU-Bezirksverordnete Felix Schönebeck machte sich vor Ort ein Bild der Lage und traf sich am 22. Mai mit Schruoffeneger. „In dem sehr freundlichen, konstruktiven und vor allem informativen Gespräch sind wir am Ende übereingekommen, dass eine klare, rechtssichere und tragfähige Lösung bezüglich der Zuständigkeit und Verantwortung für den Alten Wiesenweg erarbeitet werden muss. Dafür müssen die beiden Bezirke, der Berliner Senat sowie das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt an einen Tisch. Die Terminierung dieses Treffens läuft.“
Auch eine Petition gegen die Schließung wurde gestartet und von knapp 1.000 Menschen unterschrieben. „Seit zehn Jahren steht der Plan, dass die Zufahrt über den ehemaligen Flughafen erfolgen soll“, sagt Lutze-Luis Fernández. „Doch solange das nicht geregelt ist, haben wir nur diesen einen Weg.“
Die CDU-Fraktion brachte einen Antrag in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) ein, die Siedlung von Norden über die Flughafenstraße verkehrlich anzubinden und damit eine Zufahrt über die General-Gavenal-Brücke von der A111 beziehungsweise dem Saatwinkler Damm kommend in das Siedlungsgebiet zu ermöglichen. Dafür wäre ein Straßenanschluss unterhalb der Lärmschutzhalle des TXL notwendig. Der Antrag wird auf der nächsten BVV-Sitzung behandelt.





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