RAZ – Das Leitmedium für Reinickendorf.

Ein Mann lehnt an einem Empfangstresen
Unterkunftsleiter Mohammed Makach freut sich über die Teilnahme am Festival. Foto: fle

Sogar im Seniorenheim gibt‘s was auf die Ohren

Auch ein Supermarkt und ein Friseursalon sind beim Klangstraßenfestival rund um die Resi dabei

Reinickendorf – Am 9. Oktober wird ab 15.30 Uhr auf der Residenzstraße und drum herum an den unterschiedlichsten Orten Live-Musik erklingen. Ob im Seniorenheim an der Stargardtstraße oder bei Edeka in der Markstraße, im Friseursalon, Restaurant oder der Sparkasse – mehr als 20 kleine Konzerte wird es beim diesjährigen Klangstraßenfestival geben. Für die Passanten, Restaurantbesucher oder Gäste bedeutet das einen musikalischen Leckerbissen nach dem anderen – von Swing über Tango und Afro-Beat bis zu Country und Rock wird ein Potpourri aus Melodien und Rhythmen geboten. 

Start der Veranstaltung mit der Festivaleröffnung im Beisein von Stadträtin Korinna Stephan, Karin Müller vom Music Campus Berlin und Festivalleitung Kirschendieb & Perlensucher Kulturprojekte ist um 15 Uhr beim Music Campus Berlin im Innenhof der Residenzstraße 39. Danach gibt’s an verschiedenen Orten „was auf die Ohren“.

Ein besonderer musikalischer Ort ist in diesem Jahr das Wohnheim für geflüchtete Menschen im ehemaligen Ibis-Hotel in der Straße Alt-Reinickendorf 4-5. Ab 17.30 Uhr wird das Trio Scho mit Swing, Chanson, Musik der 20er Jahre und Liedern aus der alten Sowjetunion auf der Terrasse für Stimmung sorgen.

„Ich freue mich, dass wir dabei sind“, sagt Unterkunftsleiter Mohammed Makach. Seit 15. Dezember 2025 sind die geflüchteten Menschen, allesamt aus der Ukraine, im ehemaligen Hotel untergebracht. Derzeit sind es rund 150 Männer, Frauen und Kinder. Er selbst hat bereits zuvor im Hotel gearbeitet und erklärt: „Früher hatten wir Gäste, jetzt haben wir Bewohner.“ Mit den Nachbarn stünde die Unterkunft mittlerweile in einer guten Beziehung, aber es gäbe immer wieder auch Herausforderungen. „Manchmal ist es einfach, manchmal etwas schwieriger“, sagt er. Doch die Zusammenarbeit zwischen dem Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten Berlin (Laf), dem Sozialdienst und der psychologischen Beratung sowie dem Bezirksamt sei gut.

„Ich freue mich nun für die Bewohner, dass wir beim Klangstraßenfestival dabei sind und sie Live-Musik erleben können“, sagt er. Voraussichtlich tritt gegen 18.30 Uhr außerdem noch All My Monsters auf, ein Singer-Songwriter mit souligen Country-Songs und poetischen Balladen. Der Eintritt ist frei.

Christiane Flechtner

Christiane Flechtner ist seit mehr als 30 Jahren als Journalistin und Fotografin in Reinickendorf und auf der ganzen Welt unterwegs. Nach 20 Jahren bei der Lokalzeitung Nord-Berliner ist sie seit der ersten Ausgabe mit im Team der Reinickendorfer Allgemeinen Zeitung und anderer Verlagsmedien. Sie arbeitet außerdem als freie Journalistin und Fotografin bei „Welt“, Berliner Zeitung und anderen Zeitungen in Deutschland, Österreich und Luxemburg sowie für u. a. Reise-, Wander- und Tiermagazine.