Bezirk – Wer, so wie unser Fuchsbezirk, die schönste Stadtbibliothek Berlins besitzt, muss sich doch als „Leseratte“ kaum nach Alternativen umsehen, oder?
Klar, wer Highlights wie „Berlin liest ein Buch“ mit Radio-Eins-Moderator Thomas Böhm erleben will, kommt um die HuBi kaum herum. Der postmoderne Bau in der Karolinenstraße fungiert quasi als Bücherei-Mutterschiff. Wer indes Wege sparen will, findet fußläufigere Alternativen – und die punkten mit ihren jeweiligen Schwerpunkten:
Die Stadtteilbibliothek Frohnau am Fuchssteinerweg ist auf jeden Fall die frisch renovierteste: Die Treppe zum Obergeschoss zieren übrigens gelungene Gemälde von Volkshochschul-Klässlern. Und bei gutem Wetter lädt der Garten ein.
Die Bibliothek Reinickendorf-West ist konsequent mit dem Quartiersmanagement Auguste Viktoria Kiez verbunden und bedient die Klientel rund um den Eichborndamm. In dieser eingeschossigen Bücherei fallen vor allem die Angebote für Kinder auf.
Die Stadtbücherei im Fontanebau des Märkischen Viertes liegt in bester Nachbarschft zu Graphothek und Volkshochschul-Lehrküche. Auch hier finden sich liebevolle Kinder-Angebote, wie die Einladung zur bibliophilen Lieblingstier-Übernachtung im letzten Jahr.
Ein differenziertes Angebot für alle Altersgruppen bietet eigentlich die Bibliothek am Schäfersee: Doch dieser in den sechziger Jahren errichtete großzügige Bau stellt als Dauerbaustelle das Sorgenkind im Biblio-Verbund dar: Wann wird endlich wird die Uferwiese wieder nutzbar sein? Hoffentlich im nächsten Jahr! Immerhin gibt es bis dahin eine gerade noch-nah-Reserve in der Markstraße 36. Dort stellte am 8. Oktober der Journalist Alexander Smoltczyk sein Buch „Lissabon 1941“ vor. Die Hafenstadt diente als Sprungbrett für Menschen auf der Flucht, aber auch als Treffpunkt für Spione und Geschäftemacher.
Alle Stadtteilbibliotheken sind über ihre vielbeschäftige Koordinatorin Melanie Nagel (die aus Kapazitätsgründen die RAZ-Anfragen nicht beantworten konnte) mit weiteren Bildungsträgern – insbesondere der Volkshochschule – gut vernetzt. Zu möglichen Angeboten im Herbst-Wintersemester wünschte man sich auch Themen wie „Resilienz stärken für Krisenfälle“ Inklusive Was tun, wenn Strom und Wasser nicht mehr fließen? Oder KI/AI-Kompetenz beim Recherchieren plus Bild-Erstellung.
Und die aktuellen Trends: Welche Medien aus welchen Genres sind derzeit en vogue? In Deutschland boomen 2026 vor allem Dark Romance, New Adult, Fantasy, Thriller sowie regionale Krimis. Hinzu kommen Ratgeber für Gesundheit, Selbstfindung sowie Kochbücher.
Zum Ausblick, auf welche Veranstaltungen, Erwerbungen und Aktionen wir uns bis zum Jahresende freuen dürfen, lohnt sich ein Blick auf die gut gemachte Website. Und wenn die gute Bibliotheken-Fee zur Leitungsfrau Melanie Nagel käme, was wären wohl ihre drei Wünsche? „Zeit, Zeit, Zeit!“
Fürs interessierte Publikum gibt‘s noch jede Menge Alternativen: Onleihe, Buchhandlungen und Bücherboxen. Fazit: Leseratten dürften im Fuchsbezirk kaum verhungern.
Zur Büchereien-Website bitte das offizielle Stadtportal Berlin.de nutzen.



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